Chiemgauer

Name der Komplementärwährung bzw. des Vereins:
Der „Chiemgauer“ bzw. „Chiemgauer e.V.“

Weitere Beschreibung:
Der Chiemgauer gehört zur Familie der Regiogelder und wurde im Januar 2003 durch ein Schülerprojekt der 10. Jahrgangsstufe der Waldorfschule Chiemgau in Prien auf Basis eines Konzeptes des begleitenden Wirtschaftslehrers Christian Gelleri gestartet. Im Juni desselben Jahres wurde an der Schule der Trägerverein des Chiemgauer mit gleichem Namen gegründet. Das Projekt löste sich aufgrund des dynamischen Wachstums der Initiative im Sommer 2005 von der Waldorfschule.

Die wirtschaftliche Abwicklung obliegt seit 2007 der Sozialgenossenschaft Regios eG, ideeller Träger ist der Chiemgauer e. V. mit 3.900 Mitgliedern, darunter 600 Unternehmen und 250 gemeinnützige Vereine aus der Region. Das Ziel des Chiemgauers ist zum Einen die Stärkung, Bildung und der Erhalt regionaler Wirtschaftskreisläufe, um eine nachhaltige Regionalentwicklung zu erreichen. Zum Zweiten ergibt sich aus jedem getauschten Chiemgauer eine Förderung gemeinnütziger Vereine und Projekte, die von den Verbrauchern vorgeschlagen werden können. Nicht zu vergessen der Bildungsauftrag, den der Chiemgauer e.V. durch die Unterstützung von Master- und Diplomarbeiten sowie die Begleitung von Projekten und Studien erfüllt und hierzu Anfragen aus aller Welt erhält. Das Verbreitungsgebiet des Chiemgauers sind vorrangig die Landkreise Rosenheim und Traunstein mit ca. 480.000 Einwohnern.

Das Chiemgauer Regiogeld gibt es als Gutscheinsystem und in bargeldloser Form, dem elektronischen Chiemgauer. Die Chiemgauer-Initiative kooperiert bei der Kontoführung und der Zahlungsabwicklung mit regionalen und ethisch-ökologisch orientierten Banken.

Um beim Chiemgauer mitmachen zu können, werden alle Nutzer des Regiogeldes, also Verbraucher, Unternehmen, Vereine, Kommunen und sonstige Partner, Mitglied beim Trägerverein. Die Mitgliedschaft dient zur rechtlichen Abgrenzung gegenüber dem gesetzlichen Zahlungsmittel und zur Anwendung der vereinsinternen Regeln. Die Idee dahinter ist eine direktdemokratische Selbstverwaltung der Initiative.

Info ob Mitglied im Verband Regiogeld e.V.: Ja

Link auf die Website: www.chiemgauer.info

Startdatum:
Ende September 2002 starteten sechs Schülerinnen und Christian Gelleri das Chiemgauer-Projekt. Am 30. Januar 2003 erfolgte die Erstausgabe des Chiemgauer mit 2.000 Chiemgauern, die bei der ersten Informationsveranstaltung sofort vergriffen waren. 20 Akzeptanzstellen machten bereits zu Beginn mit. Am 2. Juni 2003 gründeten Schüler, Eltern und Lehrer den „Chiemgauer regional e.V.“.
Weitere Details siehe Website, Abschnitt „Historie des Chiemgauer e. V.“.

Gültigkeitsdauer der Scheine:
Die bis Ende 2015 gültigen Scheine sind 24 Monate gültig. Die ab Anfang 2016 gültigen Scheine sind 36 Monate gültig (die neue Serie befindet sich derzeit in der Einführung).

Stückelung:
1, 2, 5, 10, 20, 50;

Demurrage pro Jahr:
Für die bis 2015 gültigen Scheine gelten 8 % Demurrage pro Jahr. Für die ab 2016 gültigen Scheine gelten 6% Demurrage pro Jahr. Im Zuge dieser Umstellung ändert sich auch der Aufwertungsturnus. Dieser ist derzeit vierteljährlich, d.h. es müssen 4 Mal pro Jahr Marken aufgeklebt werden (4 x 2% = 8%). Ab 2016 ist der Aufwertungsturnur halbjährlich, dann müssen 2 Marken pro Jahr aufgeklebt werden (2 x 3% = 6%).

Rücktauschgebühr:
5 % (wird auch 2016 so beibehalten, davon gehen 3 % an gemeinnützige Vereine und 2 % für die Verwaltung)

Region, wo der Chiemgauer eingesetzt wird:
die Landkreise Rosenheim und Traunstein (Deutschland)

Weitere Infos:
Auf der Website www.chiemgauer.info finden Sie eine sehr interessante Statistik über die Zuteilung der 3%-Förderung aus der Rücktauschgebühr, die von jedem Vereins-Mitglied für seinen Anteil selbst entschieden werden kann. Sie finden diese Info in der rechten Spalte unter „Chiemgauer-Statistik“ bzw. unter diesem Link. Unter „Anzahl“ sehen Sie, wie viele Mitglieder an die vorne genannte Institution ihren 3%-Anteil spenden. Unter „Tauschsumme“ sehen Sie, welchen Umsatz diese Personen generiert haben und in der Spalte „Begünstigung“ erkennen Sie, wie viel Spenden-Geld die jeweilige Institution daraus erhalten hat.

Auch sehr aufschlussreich ist die auf dieser Seite abrufbare PDF-Datei „Chiemgauer-Statistik“ rechts im Menü bzw. unter diesem Link. Auf der ersten Seite finden Sie umfangreiche Statistiken zum Chiemgauer seit dessen Einführung und auf der zweiten Seite finden Sie eine kompakte Begriffserklärung, die Sie schnell mit den wesentlichen Begrifflichkeiten vertraut macht.

(Stand dieser Informationen ist der 15.11.2015)