Das Unterguggenberger Institut setzt im Jahr 2016 in Zusammenarbeit mit dem Tagungshaus Wörgl und der Grünen Bildungswerkstatt Tirol die Filmreihe fort und zeigt am 26. Jänner 2016 die Dokumentation „Die Troika“ und am 23. Februar 2015 die Dokumentation „Water makes Money“. Am 19. April 2015 stellt Projektleiter Robert Moser die in Gründung befindliche Bank für Gemeinwohl vor.

Was passiert mit Europa im Namen der Troika? Foto: GBW
Was passiert mit Europa im Namen der Troika? Foto: GBW

Macht ohne Kontrolle – DIE TROIKA

26. Jänner 2016 – 19:30 Uhr – Tagungshaus Wörgl, Brixentalerstraße 5 – Eintritt frei

Nach seinem preisgekrönten Film „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ geht der Wirtschaftsjournalist und Bestseller-Autor Harald Schumann erneut einer brisanten Frage auf den Grund: Was passiert mit Europa im Namen der Troika?

Beamte aus den drei Institutionen IWF, EZB und Europäischer Kommission – der Troika – agieren ohne parlamentarische Kontrolle. Sie zwingen Staaten zu Sparmaßnahmen, die das soziale Gefüge gefährden und tief in das Leben von Millionen Menschen eingreifen. Harald Schumann reist nach Irland, Griechenland, Portugal, Zypern, Brüssel und in die USA, und befragt Minister, Ökonomen, Anwälte, Bänker, Betroffene.

„Wer Geld hat, lebt, wer kein Geld hat, stirbt“, sagt der Arzt Georgios Vichas. Er leitet eine Freiwilligen-Klinik in Athen, während staatliche Krankenhäuser leer stehen müssen. Eine Begrenzung der Ausgaben im Gesundheitswesen führte dazu, dass rund ein Viertel der Bevölkerung keine Krankenversicherung mehr hat und über 200 Kliniken landesweit geschlossen wurden. Genauso absurd wie die Gesundheitspolitik ist die Mindestlohnpolitik, die die Troika den verschuldeten Ländern abverlangt. Dass Sparen so nicht funktionieren kann, erklärt der Nobelpreisträger Paul Krugman.

Die Armen werden ärmer und die Reichen reicher. Ist das Europas Politik? Leidenschaftlich fordert Harald Schumann mehr Transparenz und Verantwortung für ein soziales Europa. Dafür nimmt er seine Zuschauer mit auf eine packende Recherchereise.

Water makes money beschäftigt sich mit den Folgen der Wasser-Privatisierung. Foto: GBW
Water makes money beschäftigt sich mit den Folgen der Wasser-Privatisierung. Foto: GBW

Water Makes Money

„Wie private Konzerne mit Wasser Geld machen“

23. Februar 2016 – 19:30 Uhr – Tagungshaus Wörgl, Brixentalerstraße 5 – Eintritt frei

Die Wasserversorgung ist weltweit noch zu mehr als 80% in öffentlicher Hand. Doch überall, wo finanziell klamme Kommunen nach Entlastung suchen, klopfen die weltgrößten Wasserkonzerne Veolia und Suez an die Tür.

Innerhalb der letzten 10 Jahre hat allein Veolia es geschafft, nach eigenen Angaben in 450 deutschen Städten die Wasserversorgung zu übernehmen oder an ihr beteiligt zu werden. Mittlerweile ist der französische Konzern incl. seiner Beteiligungen im Trink- und Abwasserbereich etwa gleichauf mit Gelsenwasser der größte Versorger in Deutschland. Ähnliche Expansionserfolge sind in Polen, den Baltischen Republiken, Lettland, Estland, Litauen, der Tschechische Republik, der Slowakei, Rumänien, Italien, Spanien, den USA und nun auch in China zu verzeichnen, wo Veolia laufend die Unterschrift neuer Verträge verkündet. Wenn in Kalifornien Wasserknappheit droht, empfängt Schwarzenegger Veolias Vorstandsvorsitzender Henri Proglio. Derselbe ist auch für Chinas Präsident die erste Adresse, wenn das aufstrebende Land ein 100 Mrd.$ Programm zur Erneuerung der Abwasserversorgung auflegt………..

Bereits in mindestens 69 Ländern auf allen fünf Kontinenten sind Veolia und Suez präsent – ist das der unaufhaltsame Aufstieg zweier Wassergiganten zur weltweiten Hegemonialmacht einer privatisierten Wasserversorgung?

Der Film „Water Makes Money“ von Leslie Franke und Herdolor Lorenz ist ein ausgezeichnetes Beispiel für eine strategisch und strukturell bedeutsame kritische Aufklärung zugunsten eines selbstbestimmteren Europas. Er hat mit seiner kritischen Aufklärung über die Folgen der fortschreitenden Privatisierung unserer Lebensgrundlage Wasser maßgeblich zum Erfolg der ersten EU-weiten Bürgerinitiative „right2water“ beigetragen. (Träger des KANT-WELTBÜRGER-PREISES 2014)

Robert Moser, Projektleiter und Vorstand der Genossenschaft der Bank für Gemeinwohl. Foto: GBW
Robert Moser, Projektleiter und Vorstand der Genossenschaft der Bank für Gemeinwohl. Foto: GBW

Die Bank für Gemeinwohl

19. April 2016 – 19:30 Uhr – Tagungshaus Wörgl, Brixentalerstraße 5 – freier Eintritt

Eine ethische Bank, die aus der Mitte der Gesellschaft entsteht. Ein Vortrag von Projektleiter Robert Moser mit anschließender Diskussion.

Die Bank für Gemeinwohl drückt den „Reset-Knopf“ und besinnt sich auf das ursprüngliche Kerngeschäft einer Bank: Sparen, Kredite und Zahlungsverkehr. Die neue Ethikbank startet – voraussichtlich ab Ende 2016 – klein, setzt auf Sicherheit und wird überlegt und maßvoll wachsen.

Es wird keine Spekulationen geben, weder mit Geldern von Kunden, noch wird man Kunden anbieten zu spekulieren.  Das Projekt wird präsentiert von Robert Moser, Projektleiter und Vorstand der Genossenschaft. Der studierte Betriebswirt hat das Bankgeschäft von Grund auf gelernt und im Sparkassensektor alle Stationen bis zum Vorstand durchlaufen.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Grüne Bildungswerkstatt Tirol, Tagungshaus Wörgl Unterguggenberger Institut und Wörgler Grüne