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ZwEITgeldkongress zum zehnjährigen Bestehen des Talente-Tauschkreises Vorarlberg
"Zwei Tage als Schub für die ergänzende Weise zu wirtschaften" - das kündigte Josef Kittinger, Leiter des Bildungshauses ARBOgast und Mitgründer des Talente-Tauschkreises Vorarlberg einleitend an und begrüßte die teilweise von weit angereisten TeilnehmerInnen des ersten ZwEITgeldkongresses. Bevor Gernot Jochum-Müller Bilanz über die Arbeit des Tauschkreises zog, boten zwei Referenten Außenperspektiven, die zum Verständnis von Geld und Währung beitrugen. Dr. Jürg Conzett vom Money Museum in Zürich gab einen tiefen Einblick in die Geldgeschichte in Hinblick auf Nebenwährungen, deren Bedeutung und Wirkungen in der Geschichte. (Infos www.moneymuseum.com)


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Die Kongressgebühr konnte in Talent oder Euro bezahlt werden. Josef Kittinger, Mit-Initiator des Tauschkreises Vorarlberg (2.Foto v.l.) akzeptiert in dem von ihm geleiteten Bildungshaus  St. Arbogast seit 10 Jahren Talent als Zahlungsmittel. Unterstützt wird die Idee von Dr. Ludwig Rehm, Direktor der Raiffeisenbank Liechtenstein (3. Foto v.l.) und Dr. Jürg Conzett vom Moneymuseum in Zürich (Foto rechts).

Dr. Ludwig Rehm, Raiffeisenbankdirektor Liechtenstein: "Beunruhigende Fakten"

1998 wurde die Raiffeisenbank Liechtenstein AG gegründet, deren Eigentümer mit der Vorarlberger Landesbank (25 %) und der Raiffeisenbank Kleinwalsertal (75 %) in Österreich beheimatet sind. Die Bank, die als Sponsor den ZwEITgeldkongress unterstützt,  verfügt über einen Jahresumsatz von 1,150 Milliarden Franken, wobei pro Person durchschnittlich 500.000 Franken verwaltet werden und zwei Drittel der Kunden aus Deutschland kommen, vor allem aus dem Mittelstand und aus den freien Berufen.

Direktor Ludwig Rehm gab einen ernüchternden Einblick in die Rahmenbedingungen und Trends der Finanzwelt, die er als "alarmierende  und beunruhigende Fakten" bezeichnete."Wissen Sie, dass die stabilsten Währungen der Welt - die DM und der österreichische Schilling - zum Zeitpunkt ihrer Ablösung durch den Euro, nur mehr 5 % ihrer ursprünglichen Kaufkraft von 1950 hatten? Im 20. Jahrhundert hat es 25 Hyperinflationen gegeben mit Inflationsraten von mehr als 50 % im Monat. Der US-Dollar hat seit Aufhebung des Goldstandards 1971 80 % seiner Kaufkraft verloren."

Rehm: "Die USA leben auf unsere Kosten"

Bei den derzeit weltweit riesigen Finanzvermögen gibt es auch die Kehrseite - Schuldenberge. Dir. Rehms Fazit: "Die USA leben auf unsere Kosten. Wir leihen den Amerikanern ständig Geld. Die Gesamtschulden der USA sind  mit 36 Billionen US-Dollar höher als das ganze Welt-Sozialprodukt mit 32 Billionen Dollar. Die amerikanische Staatsschuld wächst täglich um zwei Milliarden Dollar und die deutschen Staatsschulden kosten rund 8 Millionen Euro Zinsen in der Stunde! Die Geldmenge stand 1971 bei 776 Milliarden US-Dollar und heute bei 8.900 Milliarden US-Dollar. Allein die Neuverschuldung der USA fraß im Jahr 2004 70 % der Weltersparnis auf!"

Während sich das Volumen der Güterproduktion der Industrieländer in den letzten 30 Jahren vervierfacht hat, stieg das Geld und Kreditvolumen um das 40fache.

Diese geldwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gehen einher mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen. Die Globalisierung führt derzeit dazu, dass Reiche reicher und Arme ärmer und dabei überproportional mit hohen Energiekosten belastet werden. Die Auswirkungen sind nicht nur in sogenannten Dritten Welt zu spüren, sondern längst auch in unseren "reichen Gesellschaften". Der Rückgang sozialer Sicherungssysteme verlange zunehmend mehr Eigenverantwortung. Unstete Lebensläufe machen die Anpassung der persönlichen Finanzen häufiger erforderlich. Um das Risiko der Finanzmärkte zu managen, werden die Produkte der Banken immer komplexer. Die politischen Verhältnisse führen zu schlechter Planbarkeit und ansteigende Schadenersatzansprüche nach amerikanischem Vorbild stellen die mittelständische Wirtschaft vor große Herausforderungen hinsichtlich der Planung der Altersvorsorge.

Weltweite Unsicherheit steigt

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen führen zunehmend zu sozialen Spannungen und neuen Risiken für alle: Globaler Terrorismus, ausufernde Staatsverschuldungen und Staatsbankrotte nennt Dir. Rehm hier ebenso wie demografische Veränderungen. Die Erfolge radikaler Parteien seien ebenso das Resultat wie instabile politische Innenverhältnisse. Religiöse Konflikte werden die Welt ebenso zunehmend beeinträchtigen wie Bilanzmanipulationen und Unternehmens-Schieflagen in großem Stil.

Den hohen Anteil deutscher Anleger bei der die Raika Liechtenstein sieht Dir. Rehm in der Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen begründet. Steuerliche Änderungen bei Abgeltungs-, Erbschafts-und Vermögenssteuer spielen hier ebenso eine Rolle wie die Hartz IV-Bestimmungen: "Bei diesen Berechnungen darf jeder pro Jahr ein Vermögen von 200 Euro geltend machen. Wer zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme der Sozialleistung noch mehr Vermögen hat, muss dieses erst aufbrauchen, bevor die Sozialleistung ausbezahlt wird."

EU bietet Privatpersonen bei Zinserträgen zur Kasse

Einen Anreiz, das eigene Geld ins Ausland zu bringen, ortet Dir. Rehm auch im Zugriff der Behörden auf Kontoinformationen. Dem Gesetz "zur Förderung der Steuerehrlichkeit" aus dem Jahr 2003 folgend, kann der Staat jederzeit feststellen, wer wo Bankkonten führt, wobei die Banken davon nicht in Kenntnis gesetzt werden. Über die Höhe der Kontostände gäbe es allerdings keine Informationen. Seit 1. April 2005 ist dieser Zugriff über die BAFIN-Plattform nun Sachbearbeitern aller Behörden möglich, wobei täglich 2000 bis 5000 Abfragen erfolgen würden.

Die Devise des finanziell  "gläsernen Menschen" wird nun zunehmend auf EU-Ebene gehoben. Die Informationen sind dann nicht nur innerstaatlich zugänglich, sondern auch grenzüberschreitend. Seit Anfang 2005 würden automatisch umfassende Erträgnisaufstellungen aufgezeichnet. Am 1. Juli 2005 wurde die EU-Zinsbesteuerung eingeführt und 22 EU-Staaten melden Zinseinkünfte von Privatanlegern an die Steuerbehörden der Nachbarländer. Dir. Rehm: "Österreich, Belgien und Luxemburg führen eine anonyme Quellensteuer ab. Ab 2005 15 %, 2008 20 % und danach 35 %. Damit ist das Bankgeheimnis gewahrt. Die Schweiz, Liechtenstein, Andorra, Monaco, San Marino und die Kanalinseln schließen sich dem Quellensteuermodell an." Wobei der europäische Gesetzgeber eine Reihe von Ausnahmen bei der Quellenbesteuerung vorsehe.

Als Banker sieht sich Dir. Rehm somit zunehmend mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Die Kunden wollen eine Absicherung im Falle von Konkurs, Erbschaft, Haftungsrisiken, gegen Zukunftsängste und die sogenannte "2. Deckungslücke" bei der Absicherung der Altersvorsorge.

Wie also die eigene Zukunft angesichts der großen Unsicherheiten absichern? Ganz klar riet Dir. Ludwig Rehm da ab, sich selbst als Spekulant an der Börse zu versuchen: "Dabei gibt es nur ganz wenige Gewinner. Die Erfolgsquote liegt aufgrund meiner langjährigen Erfahrung bei 5 % und ist damit kein vielversprechender Ansatz." Im Dschungel der Möglichkeiten setzt die Raika Liechtenstein auf den Zertifikate-Markt, den Direktor Rehm in seiner Funktionsweise dann kurz erklärte.

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Zum ZwEITgeldkongress reisten TeilnehmerInnen aus ganz Österreich, der Schweiz, Deutschland, Holland und Großbritannien an. Rechts im Bild: Gernot Jochum-Müller, Sprecher des Talente Tauschkreises Vorarlberg mit den neuen Talente-Gutscheinen.

"Sicherheit gibt nur eine gelebte Gemeinschaft"


Einen anderen Weg gehen Menschen, die nicht auf Kapitalmarktabsicherung setzen - wie die weit über 1000 Aktiven im Talente-Tauschkreis Vorarlberg. "Für uns gilt Mauricio Wilds Ansicht, dass es keine Sicherheit außer einer gelebten Gemeinschaft gibt. Was entscheidend ist, dass man mit anderen Menschen in Beziehung und Austausch steht", bringt Gernot Jochum-Müller die Tauschkreis-Philosophie auf den Punkt. Ansetzen am "blinden Fleck" der Ökonomie - und damit beim Sekundärmarkt ist ein weiteres Prinzip.

Während des zehnjährigen Bestehens verzeichnete der Tauschkreis ständig Zuwächse. 2005 betrug der verbuchte Jahresumsatz 2,3 Millionen Talente, was rund 177.000 Euro entspricht. In den 10 Jahren wurde ein Umsatz von 12,3 Millionen Talenten - was 123.000 Stunden entspricht - erzielt. Ein Drittel der Transaktionen wird erfahrungsgemäß nicht erfasst und ist dem noch dazu zu rechnen.

Von den 571 Mitgliedskonten gehören 530 Privatpersonen, deren Anteil am Umsatz 42 % ausmacht. 12 % der Konten sind der regionalen Wirtschaft zuzuzählen - auf ihnen bewegen sich 58 % des Umsatzes.

Das Vorarlberger Währungssystem zur zeitgebundenen Verrechnung baut auf einem 5-Säulen-Modell auf. "Die erste sind die persönlichen Fähigkeiten, Ressourcen und Netzwerke zu nützen. Die zweite besteht darin, die regionale Wirtschaft zu gestalten und zu stärken. Drittens wollen wir mit einer Pflegewährung die Generationen verbinden und haben dazu ein Modell für einen mobilen Hilfsdienst entwickelt. Die vierte Säule stellt die Unterstützung von Kunsthandwerk und Bildung dar. Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit mietet der Tauschkreis ein leerstehendes Geschäftslokal, in dem 30 Mitglieder gemeinsam ihre Arbeiten verkaufen. Die Hälfte des Erlöses spenden wir für ein Hilfsprojekt in Equador. Und die fünfte Säule schließlich ist die Offenheit für Neues", erklärt Jochum-Müller.

Talente-Gutschein für regionale Entwicklung - damit das Geld im Ländle bleibt!

"Uns geht es darum Gemeinschaft zu stiften, und nicht diese zu benachteiligen", meint Gernot als Sprecher des engagierten Organisationsteams. Zur Kommunikation dient die monatliche Marktzeitung, die Homepage sowie Treffpunkte in den Vorarlberger Regionen. Aufgrund der erreichten Größe steht der Tauschkreis Vorarlberg an der Schwelle von der privaten zur öffentlichen Bedeutung. Einen Anreiz, in den Tauschkreis einzusteigen, bieten jetzt die neuen Talente-Gutscheine, die in Zusammenarbeit mit sieben Partnerorganisationen unter dem Motto "nachhaltiges Ländle" heraus gegeben werden. 115 Talente kosten 10 Euro. Wer den Gutschein in Euro rücktauschen will, erhält nur mehr 9 Euro zurück - mit einem Euro werden die auf der Vorderseite des Gutscheins abgebildeten Nachhaltigkeitsinitiativen in Vorarlberg unterstützt.

Die Partner sind der Sozialsprengel Leiblachtal, das Saumarkt-Theater, das Vorarlberger Kinderdorf, die Ökostrom-Börse, Bio-Austria, der Biosphärenpark Großes Walsertal sowie das Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast. Infos dazu unter www.zweitgeld.net


"Über den Zaun g´schaut" - Nebengeld-Modelle aus anderen Ländern

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John Roger aus Wales (links) präsentierte mit den "Time Banks" ein Modell aus Großbritannien und den USA. Das japanische Fureai Kippu Pflegesparmodell  stellte Frau Suda Hirotha aus Japan vor, wobei Miguel  Hirota Yaszuyuki ins Deutsche übersetzte. Jaap Fink aus den Niederlanden von der Strohalm-Aktie berichtete über das brasilianische Microcreditsystem Fumento.


Weltweit existieren derzeit rund 4.500 ergänzende Währungssysteme, die zusätzlich zur Landeswährung verwendet werden. Mit dem Wertmaßstab Zeit arbeiten die "Time Banks" ebenso wie das japanische Pflegeansparmodell Fureja Kippu. Drei Referent brachten am ersten Tag des ZwEITgeldkongresses gelebte Beispiele.

"Beteiligung der Menschen, denen geholfen werden soll"

John Rogers vom "Wales Institute for Community Currencies" schilderte die Entwicklung der "Time Banks". Die Idee zu den Zeitbanken kam in den 1980er Jahren auf. "Es ging dabei vorrangig um den Ansatz, die Menschen, denen geholfen werden soll, aktiv zu beteiligen - ganz nach dem Motto "No more Throw-away-people" - keine "Wegwerfmenschen" mehr. Besonders gut bewährten sich die Time Dollars bei der Altenpflege.

Als Grundwerte gesunder Gemeinschaften bezeichnet Roger folgende Übereinkommen: "Wir erachten einander als wertvoll - jeder von uns kann etwas beitragen. Wir schätzen jede freiwillig geleistete Arbeit. Unser Geben und Nehmen beruht auf Gegenseitigkeit. Wir schaffen gesunde soziale Netzwerke." Das bedeutet ein neues Verhältnis zwischen Helfern und Hilfsbedürftigen: "Die Menschen werden als Teil der Lösung ihres Problems geachtet. Sie können etwas zurückgeben und bekommen die Chance, sich zu engagieren und ihre Würde zu wahren, statt Almosen zu empfangen oder vernachlässigt zu werden."

Time Banking in Großbritannien begann 1998 in Gloucestershire und in einer Londoner Arztpraxis: "Statt Pillen gegen Depressionen verschrieb der Arzt Gartenarbeit und hat damit die Medikamentengabe deutlich verringert." Im Jahr 2002 wurde eine Organisation ins Leben gerufen, der 100 Time Banks angehören. Und 2003 wurde das Wales Institute for Community Currencies gegründet. Dieses befasst sich mit neuen Strategien, wie die Time Banks aus der Nachbarschaftshilfe in den öffentlichen Raum geholt werden. Belohnungen für Teilnahme an wertvollen Aktionen in Form von Stundengutschriften zählen ebenso zum Ideenpool wie Zeit für junge Leute, Zeit zum Lernen und ein Gemeinschaftszentrum unter dem Motto "Time-Center". Im Time-Network werden lokale öffentliche Freizeit- und Kultureinrichtungen eingebunden.

Bei  ersten Forschungsergebnissen unter dem Titel "The Time of Our Lives" (Unsere Lebenszeit) durch Dr. Gill Seyfang an der University of East Anglia wurde festgestellt, dass Time Banks Menschen aus sozialen Randgruppen ebenso anziehen wie neue freiwillige Helfer.

Japan: "Gesellschaft gegenseitiger Hilfe - Fureai Kippu"

Zeit als Verrechnungseinheit bewährt sich seit 1995 in Japan - die älteste Gesellschaft der Welt setzt auf eine inflationsfreie Stundenwährung in der Altenpflege und Altersvorsorge. Zur Umsetzung wurde vom ehemaligen Justizminister 1991 das Sawayaka Wohlstandsförderungszentrum gegründet. Die Idee: Wer sich in der Nachbarschaft in der Betreuung älterer Menschen engagiert, kann Zeitpunkte sammeln und diese für die eigene Altersvorsorge ansparen oder für die Pflege eigener Angehöriger in anderen Landesteilen verwenden. 

"Fureai ist die emotionale Verbindung zwischen zwei Personen", erklärt Suda Hirotha vom Verein Magokoro Services die Bedeutung des Wortes. Ziel sei eine Gesellschaft, in der die Persönlichkeit und der Privatbereich respektiert werden und in der man sich gegenseitig hilft. Landesweit arbeiten 388 Gruppen mit dem Zeitansparsystem. 40 Gruppen davon weiten die Tätigkeit auch auf Kinderbetreuung aus.

Die Pflege-Beziehungstickets können einerseits durch das Einbringen von Zeit, andererseits aber auch um Yen erworben werden, wobei die Bewertung der Stunde zwischen 4,30 und 6,70 Euro liegt. Die Yen-Einnahmen dienen zur Deckung der Kosten, die für die Verwaltung des Systems anfallen sowie zur Speisung eines Fonds, aus dem weitere soziale Maßnahmen finanziert werden. Dieses Geld steht für die Errichtung von Gebäuden ebenso zur Verfügung wie für Ausbildungskurse. Bisher wurden in dieses System in Japan rund eine Million Euro eingezahlt und pro Jahr werden rund 30.000 Stunden "angespart".

Durch die Einführung einer staatlichen Pflegeversicherung im April 2000 wurde der anfangs starke Zulauf zu den Vereinen etwas gebremst. Zusätzlich zu  den Fureai Kippu ist in Japan Zeitgeld wie in europäischen Tauschkreisen in Umlauf. Hintergrund für die Entstehung der wechselseitigen Lokalwährung seien in Japan die gesellschaftlichen Änderungen durch die Einführung des Kapitalismus nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen, meint Suda Hirotha. Dadurch sei die humane Bindung zwischen den Menschen verloren gegangen. Mit Fureja Kippu sollen die Gemeinschaften wieder gestärkt werden.

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Vorder- und Rückansicht vom japanischen Zeitgeld Yuzu.

Jaap Fink - Strohalm-Aktie: "Lokale und regionale Geldsysteme sind Hilfe zur Selbsthilfe"

Seit 20 Jahren beschäftigt sich die Aktie Strohalm in den Niederlanden mit Komplementärwährungen und der Suche nach alternativen Wirtschaftsformen. Jaap Fink stellte zwei Beispiele komplementärer Kreditvergaben vor: Mit dem Fumento-Microcreditsystem wurde in Fortaleza in Brasilien unter der Beschäftigung Arbeitsloser eine Schule gebaut. 88 % der Kostenfür die Schule wurden mit Bonusscheinen  aufgebracht. Als die Schule fertiggestellt war, sind die Bonusscheine wieder verschwunden. In der Umlaufzeit hatte das Wirtschaftswachstum um 15 % zugelegt.

Beim C3 Netzwerk für Konsumenten und Betriebe werden Lokale Geldeinheiten verwendet, um das Geld in der Region zu halten. Für 10 Einheiten der Landeswährung erhält man beim Kauf 11 Lokale Geldeinheiten. Beim Rücktausch dieser in die Nationalwährung erhält man für 10 Lokale Einheiten nur mehr 9 in der Landeswährung. Diese Gutscheine sind mit einer Umlaufgebühr von 10 % jährlich oder einem Dreißigsten pro Tag belastet. Die Software dafür wurde autonom von Cyclos entwickelt.

Wie entwickelt sich der Vorarlberger Talente Tauschkreis weiter?
Der Abend des ersten ZwEITgeldkongresstages lieferte einen Einblick in die "Ländle-Tauschkreispraxis" anhand von Proträts. Der 31. Oktober wurde dann genutzt, um eine Studie über das Nutzerverhalten und die Motivation der Tauschkreismitglieder vorzustellen, thematische Vertiefungsworkshops durch zu führen und bei einem Strategiecafé Pläne für die Zukunft zu schmieden. Weitere Info: www.tauschkreis.net
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