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Kommentar von Norbert Rost
Heute nun ist es soweit: Die Europäische Zentralbank erhebt erstmals in ihrer Geschichte Geldhaltegebühren. Wenn Geschäftsbanken Überschüsse auf ihren Konten bei der Zentralbank parken, müssen sie eine Gebühr von 0,1% (pro Jahr nehme ich an) zahlen. Das sind Peanuts, aber aus Sicht der Zentralbanker offenbar die nun notwendige Maßnahme, das Geld in den Kreislauf zu drücken. Seit Monaten und Jahren bemüht sich die Zentralbank ihrer Aufgabe nachzukommen, die Wirtschaft mit Geld zu versorgen. Offenbar aber funktionierten alle Instrumente nicht, die die Geldschöpfer üblicherweise anwenden. So dass wir nun erstmals in der Geschichte der modernen, computerisierten Finanzwirtschaft den Banken Gebühren auferlegen, wenn sie Geld nicht in den Wirtschaftskreislauf bringen, sondern bei der vermeintlich sicheren Zentral-Instanz horten wollen. Doch die Zentralbank will das Geld gar nicht, sie WILL ja, dass es raus geht: zu den Menschen, zu den Unternehmen, damit diese das tun, wofür Geld in dieser Epoche nunmal genutzt wird: wirtschaften.  Ab heute müssen sich all die Wirtschaftswissenschaftler neue Antworten ausdenken, die es seit jeher für Unsinn hielten, dass Geldhaltung Geld kosten könne. Die Instanz aller Instanzen, der Geldgott der Geldgötter - die Zentralbank Europas - hat den Hebel umlegt. Ein kleiner Hebel zwar, aber ein Überschreiten einer als unüberschreitbar geltenden Grenze. Ein Anerkennen, dass die Erde keine Scheibe ist. Ein Paradigmenwechsel.  Willkommen im Vorzimmer der Postwachstumsökonomie.  Norbert Rost
Büro für postfossile Regionalentwicklung
in Dresden
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