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Landestheater Salzburg: Theaterproduktionen befassen sich eingehend mit dem Thema Geld


Ein sehr empfehlenswertes Schauspiel resultiert aus dem Stückprojekt "Wir gründen eine Bank" des Landestheaters Salzburg, das noch bis 6. März 2013 am Spielplan steht. Das Theaterstück verbindet die Spielfassung des Romans "Geld" von Emile Zola über die skrupellosen, kriminellen Machenschaften bei der Gründung einer Bank Ende des 19. Jahrhundert mit dem Stück "Bankrott", das in Form einer Aktionärsversammlung eines Solarunternehmens 2012 Einblicke in die Welt des Geldes gibt.

Dabei wird klar, dass sich am Schema der Krise und an der Funktionsweise des Spekultations-getriebenen Systems nichts geändert hat. Unzufrieden damit beschäftigten sich Schauspieler wie Leitung des Salzburger Landestheaters mit der Überlegung, selbst eine Bank zu gründen und luden die Bevölkerung ein, mitzuwirken. Via Zeitungsaufruf langten Text-Beiträge für die Erstellung des Theaterstückes "Bankrott" unter der Regie von Astrid Großgasteiger ebenso ein wie konstruktive Vorschläge aus der Krise, die im dritten Teil des Stückes, dem "Salzburger Modell" vorgestellt werden und an Aktionsbereitschaft und Eigenverantwortung jedes einzelnen appellieren.

Das Landestheater-Ensemble steht bei "Wir gründen eine Bank" gemeinsam mit Darstellern der Bürgerbühne Salzburg auf der Bühne, die in dieser Spielzeit zum ersten Mal direkt auf der Bühne des Landestheaters mitspielen.

Festival "Menschen Markt" - von der Kapitalisierung des Menschen

... heißt die dritte sozialkritische Themenwoche am Landestheater Salzburg von 25. Jänner bis 30. Jänner 2013, bei der die zunehmende Kapitalisierung der Menschenwürde im Blickpunkt steht. Wie seht Geld un zahle über zwischenmenschlichen Werten stehen, wird in der Szenencollage "Die Macht des Geldes gezeigt", gespielt von Mitgliedern der Bürgerbühne. Premiere ist am 29. Jänner 2013 in den Kammerspielen, weiters wird am 30. Jänner gespielt.

Die moderne, bizarr-komische Farce "SaleUA" von Georg Heinzen, die im Rahmen des Festivals am 25. und 27. Jänner gezeigt wurde, erzählt die Geschichte einer Familie, die "privatisiert" wird - der Staat verkauft aufgrund seiner Schulden seine Bürger. "Griechenland ist überall! Familie Neumann: der Vater arbeitslos, die Mutter Supermarktverkäuferin, die Tochter ein rebellischer Teenager mit enervierendem Freund. Der ganz normale Wahnsinn. Bis eines Tages plötzlich ein kinderloses, neureiches Yuppie-Pärchen in der Küche steht. Das Land ist pleite, hat die Familie samt Schulden an ein internationales Bankenkonsortium verkauft. Robert hat Familie Neumann als Geschenk für seine Frau Marie erworben, obwohl sie viel lieber einen Hund gehabt hätte. Das Chaos nimmt seinen Lauf..." heißt es in der Stückbeschreibung.

Weitere Infos zum Festival sowie zur laufenden Produktion "Wir gründen eine Bank" auf www.salzburger-landestheater.at


"Hermes Österreich - geistgemäße Geldgebarung" - Fritz Keller verteilt im Foyer des Landestheaters nach der Vorstellung von "Wir gründen eine Bank" Informationsmaterial (siehe www.hermes-oesterreich.at). Die Theaterbesucher erhalten zudem einen Flyer zum "Salzburger Modell", bei dem exemplarisch einige Porjekt vorgestellt werden - darunter auch das Projekt "Demokratische Bank", die das Konzept der Gemeinwohlökonomie mittragen soll - Info: www.demba.at

Petition für ein ideales Bankensystem

Im Foyer des Landestheaters liegt zudem eine Petition zur Unterschrift auf, die im Zuge der Stückerarbeitung vom Landestheater gemeinsam mit dem Publikum erstellt wurde und ein "ideales Bankensystem" fordert. "Wir fordern einen neuen Umgang mit dem Bankenwesen in fünf elementaren Punkten", heißt es in der Petition, die an alle österreichischen Banken, an die Bundesregierung sowie an deutsche Bankinstitute kommuniziert wird, damit die Bürgerwünsche die entscheidenden Gremien erreichen. Diese Petition enthält folgende Punkte:

1. Regulierung von Spekulationen: Wir fordern die Einführung eines effektiven Risikomanagements. Wir fordern eine Bank, die sich von spekulativen Anlagen bz. riskanten Spekulationen an der Terminbürse fern hält.

2. Keine Operationen in Schattenfinanzplätzen: Wir fordern eine Bank, die Operationen mit Investmentfonds, Indexfonds oder Hedgefonds in Schattenfinanzplätzen unterlässt.

3. Ethisches Investment: Wir fordern eine Bank, die keine Staaten und Unternehmen unterstützt, die in Rüstungsfinanzierung, Atomkraft bzw. andere ethisch fragwürdige Geschäfte, die Mensch und Umwelt schädigen, investiert. Wir fordern eine Bank, die auf der Basis transparenter, umfassender und verbindlicher Umwelt- und Sozialstandards zukünftig verantwortungsvolle und nachhaltige Investitionen tätigt.

4. Keine Gehaltsboni: Wir fordern ein Gehaltssystem für Banker und Vorsitzende, welches unabhängig vom Gewinn ist, damit sie nicht in ihren Entscheidungen zu untragbaren Risiken verleitet werden.

5. Transparenz: Wir fordern eine Bank, die ausreichende Transparenz gewährleistet und das Vertrauen ihrer Kunden als wertvoller betrachtet als Gewinnmaximierung.

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