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Vortrag und Diskussion in Kufstein am 7. Februar 2012: Die Demokratisierung des Geldes

Mit dem philosophische Café wurde in Kufstein ein freier Gesprächsraum, in den jede/r ungezwungen eintreten kann, sei es mit Diskussionsbeiträgen oder einfach nur als ZuhörerIn, geschaffen.

Am Dienstag, 7. Februar 2012, um 19:30 Uhr findet das nächste philosophische Café  in der Kunstveranda Kufstein statt mit dem Thema:


Die Demokratisierung des Geldes:
Die Macht über das Geld zurückgewinnen


Referentin ist Veronika Spielbichler, Journalistin und Obfrau des Unterguggenberger Instituts


Unser heutiges weltweites Währungssystem basiert auf einem mit Zinseszins belasteten Schuldgeldsystem aus der Feudalzeit. Der Finanzcrash, den wir derzeit erleben, ist logische Folge des exponentiellen Wachstumszwanges, der durch die Zinseszins-Dynamik im System verankert ist. Die Lösung kann also nicht in der weiteren Ausweitung von Vermögens- und Schuldenbergen bestehen, und auch nicht im Drücken des vielzitierten Reset-Buttons. Denn dann würden wir in 50 bis 60 Jahren wieder vor dem gleichen Problem stehen.

Das bestehende Geldsystem erfüllt längst nicht mehr die Bedürfnisse unserer modernen Gesellschaft und Wirtschaft, die sich aufgrund des technischen Fortschrittes weg von der produzierenden Industriegesellschaft hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft entwickelt hat. Und das war ja auch immer das Ziel menschlicher Arbeit und Forschung: Die Produktion erleichtern und effizienter zu gestalten, um mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens zu haben. Dass sich Geld und Vermögenswerte nun zunehmend bei einer Elite sammeln und 90 Prozent der Bevölkerung die Rechnung dafür mit zunehmendem Leistungsdruck und Massenverarmung bezahlen, widerspricht unserer demokratischen Verfassung.

Wir brauchen also ein besser geeignetes Geldsystem, das auch den unterschiedlichen Ebenen des Wirtschaftens entspricht. Und damit ein mehrschichtiges: ein globales System für internationale Handelsbeziehungen, nationale oder supranationale Währungen für größere Wirtschaftsräume wie Dollar und Euro und auf regionaler Ebene Zahlungs- und Verrechnungssysteme, die sinnvolle, ressourcenschonende und energiesparende Stoffkreisläufe forcieren und die sozialen Strukturen und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft stärken. Mit vielen angenehmen Effekten: Unsere Wirtschaftsweise wird dadurch nachhaltiger, reduziert den Energie- und Ressourcenverbrauch und erhöht die Lebensqualität.

Nimmt man Demokratie ernst, ist die Weiterentwicklung des Finanzsystems in diese Richtung die logische Folge. Regionale Komplementärwährungen für maßgeschneiderte Ziele sind Teil der Lösung, die auch auf staatlicher Ebene Maßnahmen erfordert, wozu der Vollgeld-Ansatz eine Diskussionsgrundlage liefert: Der Staat soll sich das Recht zur Geldschöpfung und damit die demokratische Kontrolle über das Geld zurückholen.


Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Offenen Grünen Forum Kufstein.

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