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Club 2 "Wenn der Finanzcrash kommt - was dann" - eine Nachlese

Modernisieren wir unser Geld- und Finanzsystem - aber richtig!

"Wenn der Finanzcrash kommt - was dann?" lautete die Annahme der Club2-Diskussionrunde am 30. November 2011 im österreichischen Rundfunk, an der ich als Obfrau des Unterguggenberger Institutes auch teilnehmen durfte. Natürlich nimmt man sich für solche Sendungen vor, bestimmte Botschaften auf alle Fälle rüber zu bringen. Der Diskussionsverlauf ermöglicht das aber nur bedingt - deshalb hier nochmals meine Standpunkte und Lösungsansätze.

Währungspolitik der Zukunft - das Ziel: Demokratisierung! Die Macht über das Geld zurückgewinnen.
 
Unser heutiges weltweites Währungssystem basiert auf einem mit Zinseszins belasteten Schuldgeldsystem aus der Feudalzeit. Der Finanzcrash, den wir derzeit erleben, ist logische Folge des exponentiellen Wachstumszwanges, der durch die Zinseszins-Dynamik im System verankert ist. Die Lösung kann also nicht in der weiteren Ausweitung von Vermögens- und Schuldenbergen bestehen, und auch nicht im Drücken des vielzitierten Reset-Buttons. Denn dann würden wir in 50 bis 60 Jahren wieder vor dem gleichen Problem stehen.
 
Das bestehende Geldsystem erfüllt längst nicht mehr die Bedürfnisse unserer modernen Gesellschaft und Wirtschaft, die sich aufgrund des technischen Fortschrittes weg von der produzierenden Industriegesellschaft hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft entwickelt hat. Und das war ja auch immer das Ziel menschlicher Arbeit und Forschung: Die Produktion erleichtern und effizienter zu gestalten, um mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens zu haben. Dass sich Geld und Vermögenswerte nun zunehmend bei einer Elite sammeln und 90 Prozent der Bevölkerung die Rechnung dafür mit zunehmendem Leistungsdruck und Massenverarmung bezahlen, widerspricht unserer demokratischen Verfassung.
 
Wir brauchen also ein besser geeignetes Geldsystem, das auch den unterschiedlichen Ebenen des Wirtschaftens entspricht. Und damit ein mehrschichtiges Modell. Vergleicht man Geld mit einem Transportmittel des Waren- und Leistungsaustausches, sind Euro und Dollar vergleichbar mit einem Flugzeug. Im realen Leben macht es aber kaum Sinn, alle Strecken mit dem Flugzeug bewältigen zu wollen - nicht umsonst verwenden wir auch andere Verkehrsmittel und für kurze Strecken auch schon mal das Fahrrad - schonen damit die Umwelt und tun sogar unserer Gesundheit damit noch einen guten Dienst.
 
Finanzarchtiktur mit Währungsvielfalt
 
Analog dazu kann man sich auch die Gestaltung der Finanzarchitektur der Zukunft vorstellen: ein globales System für internationale Handelsbeziehungen, nationale oder supranationale Währungen für größere Wirtschaftsräume wie Dollar und Euro und auf regionaler Ebene Zahlungs- und Verrechnungssysteme, die sinnvolle, ressourcenschonende und energiesparende Stoffkreisläufe forcieren und die sozialen Strukturen und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft stärken. Mit vielen angenehmen Effekten:  Unsere Wirtschaftsweise wird dadurch nachhaltiger, reduziert den Energie- und Ressourcenverbrauch und  erhöht die Lebensqualität.
 
Nimmt man Demokratie ernst, ist die Weiterentwicklung des Finanzsystems in diese Richtung die logische Folge. Arbeit ist genug vorhanden – es fehlt nur das Geld! In einer Gesellschaft, in der das Überleben von Geld abhängt, ermöglichen neue Bezahlsysteme auch die monetäre Wertschätzung von Leistungen, ohne die unsere Gesellschaft nicht existieren würde und die derzeit großteils von Frauen unentgeltlich erbracht werden. Eine Neubewertung der Arbeit ist eine Frage der Fairness!
 
Geldsystem: hierarchische zentrale Strukturen contra dezentrale Netzwerk-Struktur
 
Die heutige Schieflage bei der Verteilung von Geld- und Vermögenswerten ist Resultat politischer Weichenstellungen, die in den vergangenen zwei, drei Jahrzehnten zunehmend unter dem Einfluss der neoliberalen Denkschule standen. Deren Mitbegründer Friedrich August von Hayek forderte bereits die "Entnationalisierung des Geldes" und wollte nicht staatliche Wettbewerbswährungen.
 
Im Gegensatz zu diesem Modell soll der Währungswettbewerb nicht auf der Ebene von privatwirtschaftlich gewinnorientierten Währungen erfolgen, sondern auf Ebene gemeinnütziger Komplementärwährungen. Wir wollen keine Konzernwährungen mit privater Profitmaximierung!
 
Unsere Gesellschaftstruktur verändert sich durch neue Medien und Kommunkationsformen rasant weg von hierarischen, zentralistisch gesteuerten Strukturen hin zu Netzwerken und neuen Kooperationsformen. Diese Netzwerkstruktur sollte sich auch in der Währungsvielfalt neuer Gelder abbilden.
 
Regionale Komplementärwährungen für maßgeschneiderte Ziele sind Teil der Lösung, die auch auf staatlicher Ebene Maßnahmen erfordert. Diskussionsgrundlagen dazu liefert das Vollgeldsystem von Prof. Dr. Joseph Huber, Verfasser der Bücher „Geldschöpfung in öffentlicher Hand“ und "Monetäre Modernisierung": Der Staat soll sich das Recht zur Geldschöpfung und damit die demokratische Kontrolle über das Geld zurückholen.
 
Wirksamer Abbau der Staatsschulden
 
Der Vollgeld-Ansatz  beruht auf der Trennung von Geldschöpfung und Kreditvergabe. An die Stelle des Giralgeldes, das die Banken durch Kreditvergabe erschaffen und das 95 bis 97 % des bestehenden Geldes ausmacht,  soll als vollwertiges gesetzliches Zahlungsmittel Geld nur mehr von der unabhängigen Zentralbank in Umlauf gebracht werden. Die Banken sollen den Zahlungsverkehr abwickeln und Aktivitäten in den Bereichen des Kunden-, Immobilien- und Anlagegeschäftes finanzieren, jedoch ohne dabei selbst Zahlungsmittel zu erzeugen. Daraus folgende Vorteile sind Huber zufolge sicheres Geld, stabilere Preise und Kurse, verstetigte Konjunktur- und Börsenzyklen, ungeschmälerter Geldschöpfungsgewinn zugunsten der öffentlichen Hand sowie übergangshalber die buchstäblich einmalige Gelegenheit, die Staatsschuld weitgehend abzubauen. "Finanz- und Realwirtschaft können nur funktionieren auf der Grundlage einer stabilen und gerechten Geldordnung." so Joseph P. Huber
 
Dieser Schuldenabbau wird einerseits dadurch möglich, dass der Staat sich am Finanzmarkt nicht weiter verschulden muss, um seine Aufgaben zu finanzieren, und andererseits durch den Geldschöpfungsgewinn, den die Zentralbank (diese soll allen Bürgern, nicht privaten Banken gehören) erzielt: Dieser kann zur Tilgung der bestehenden Staatsschulden verwendet werden. Sind diese abgebaut, steht ein Budget für die Auszahlung eines Grundeinkommens zur Verfügung.
 
Für die Umsetzung des Vollgeld-Ansatzes engagiert sich die Monetative. In der Schweiz arbeitet der Verein MoMo - Monetäre Modernisierung - bereits an einer politischen Initiative zur Einführung von Vollgeld (www.vollgeld.ch). Den Vollgeld-Ansatz vertrat in den 1930er Jahren bereits Irving Fischer, beschrieben in seinem Buch 100 % Money.
 
Taxos: "Der Staat muss weder kaputt gespart werden, noch muss er immer mehr Schulden machen"
Nicht Kredite vom Finanzmarkt, sondern Gutschriften auf Steuereinnahmen zur Finanzierung öffentlicher Projekte verwenden - diesen Ansatz verfolgt das Taxos-Modell (www.taxos.info) in Anlehnung an das  Wörgler Freigeld der 1930er Jahre, bei dem die Gemeinde mithilfe von Arbeitswertscheinen als regional gültiger Zweitwährung ein Infrastruktur-Bauprogramm finanzierte und damit die Regionalwirtschaft ankurbelte. 
 
Was es sonst noch an Lösungsansätzen gibt...
In unserem bestehenden Geldsystem reichen 3 % der Geldmenge für die Abwicklung der Realwirtschaft,  97 % werden für Spekulationsgeschäfte verwendet. Die bisherige Reaktion auf die Krise war nur eine weitere Ausweitung der Geldmenge, was langfristig die Instabilität noch mehr erhöht, die Umverteilungsdynamik von arm zu reich noch mehr anheizt. Eine Erneuerung der Finanzmarktregeln und eine demokratische Kontrolle fordert seit Jahren das globalisierungskritische Netzwerk ATTAC.
 
Um den Verteilungsmechanismus des Geldsystems von unten nach oben zu unterbinden, kann der Staat das Steuersystem entsprechend gestalten.  Die Politik hat diesen Zusammenhang im neoliberalen Globalisierungswahn mit seinen nicht eingehaltenen Heilsversprechungen "vergessen" und die Umverteilung durch Steuern zugunsten der vermögenden Elite aufgegeben. Will man die systembedingte Vermögensansammlung bei Wenigen verhindern, müssen leistungslose Zugewinne aus Zinseinnahmen und Spekulation durch entsprechende Besteuerung wieder an die Basis verteilt und damit Vermögenskonzentrationen abgeflacht werden. Heute stehen privatisierte Vermögen hohen öffentlichen Schuldenbergen gegenüber. In Zahlen bringt das die deutsche Buchautorin Ulrike Herrmann auf den Punkt:  0,5 % der Bevölkerung besitzen bereits ein Drittel des Geldvermögens und 10 % der Bevölkerung zwei Drittel des Volksvermögens. Wer Staatsschulden reduzieren will, muss auch Vermögen reduzieren. So betrug in den USA der Spitzensteuersatz bei Roosevelts New Deal 70 %, die Erbschaftssteuer 77%. Für eine höhere Besteuerung der Reichen plädiert übrigens auch einer der reichsten Männer der Welt: Warren Buffet rechnete sich aus, dass sein Steuersatz nur halb so hoch ist als der seiner Angestellten (Info: http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/amerika/warren-buffett-milliardaere-sollen-mehr-steuern-zahlen)
 
 
Komplementärwährungen: nicht nur Soforthilfe in der Krise...
 
Wie kann man in der Krise vorsorgen? Was tun, wenn man von den Auswirkungen schon betroffen ist? Drohender Verlust des Arbeitsplatzes, steigende Preise aufgrund der Inflation, der Euro im Geldbörserl wird immer knapper... Auf die große, notwendige Reform des Finanzsystem zu warten ist vielen zu wenig. 

Komplementärwährungen bieten sich hier als sanfter Aus- und Umstieg in ein neues Wirtschaftsmodell an. Die Strategie: Den Euro so wenig wie möglich verwenden – wo kann man im eigenen Umfeld andere Strukturen schaffen und nützen, um Grundbedürfnisse wie Energieversorgung, Lebensmittel und soziale Dienste zu befriedigen?

Die Vorteile einer solchen Handlungsweise liegen auf der Hand: Sie nimmt die Angst, bringt mehr Sicherheit und Handlungsspielraum für jeden Einzelnen und mehr Stabiltät für das gesamte System.

Schon heute bestehen auf regionaler Ebene zusätzliche Zahlungsmittel und Verrechnungssysteme zu den Nationalwährungen unter dem Sammelbegriff Komplementärwährungen sowie praktische Beispiele gemeinwirtschaftlicher Regionalentwicklung. Komplementärwährungs-Initiativen stärken  Gemeinschaftssinn und Kooperation. Aus den Erfahrungen engagierter Initiativen können wir alle lernen. Es gilt, diese vielen Experimente wissenschaftlich zu begleiten und Strukturen zu schaffen, dass die besten von ihnen möglichst vielen Menschen zur Verfügung stehen.

Zu den Vorreitern dieser Bewegung zählt Brasiliens solidarische Ökonomie, wo die Demokratisierung des Geldsystems unter dem Dach der Notenbank umgesetzt wird. Wie sieht unsere Nationalbank ihre Aufgabe, sich konstruktiv um die Geldversorgung und Währung unseres Landes zu kümmern? Wird sie sich der Aufgabe annehmen, die Demokratisierung des Geldsystems zu unterstützen? Der Verkehrsminister hat sich ja auch nicht nur um den Flugverkehr zu kümmern.

Bringen wir also Demokratie ins Geldsystem, schaffen wir Wahlmöglichkeit und informieren die Menschen darüber. Neue Geldsysteme nicht nur als Krisenabwehr, sondern als Systemreform begreifen. Wir alle tragen dafür die Verantwortung, was unser Geld auf dem Planeten bewirkt. Es ist ethisch auch nicht zu vertreten, dass die Probleme des westlichen kapitalistischen Wirtschaftsystems weiter in Entwicklungsländer ausgelagert werden. Täglich sterben 30.000 Kinder an Unterversorgung und Hunger! Unser kapitalistisches Wirtschaftssystem verursacht ethisch nicht vertretbare Verteilungsprobleme, beutet Mensch und Natur aus und zerstört unsere Lebensgrundlage.

Bausteine für ein positives Szenario

 
Neue Geldsysteme für Nahversorgung, soziale Dienstleistungen, Energieversorgung aus erneuerbaren Rohstoffen –  bestenfalls gestalten wir unser Gemeinwesen mit einem Mix aus monetären Maßnahmen. Internet-basierte Kommunikation eröffnet uns dazu Möglichkeiten, die der Menschheit noch nie zur Verfügung standen!
 
Das könnte so aussehen: leistungsgedeckte Tauschsysteme /Regionalwährungen in den Regionen, um Wertschöpfung, KnowHow und Kaufkraft in den Regionen zu unterstützten. Zeitbanken für die Altersvorsorge, zinsfreie Wohnbaufinanzierung in Nationalwährung nach dem Modell der JAK-Bank und energiegedeckte Modelle, die mit Euro-Finanzierungen den Umstieg auf erneuerbare Energieträger (Sonne, Biomasse aus der Region) anschieben und die Investition mit Energielieferungen ohne Preissteigerungsrisiko zurückzahlen. 
 
Ein paar Beispiele aus der Komplementärwährungs-Praxis heute:
 
Regionalwährungen
 
Laut Regiogeld-Verband www.regiogeld.de: 37 Regionalwährungen in Vorbereitung, 28 aktiv. Der Verband erfasst nicht alle Systeme, z.B. den Coinstatt.
Die größte Regionalwährung im deutschsprachigen Raum ist derzeit der Chiemgauer, der bereits Millionenumsätze verzeichnet und mit der Regiocard die elektronische Verrechnung in Kooperation mit regionalen Banken anbietet. Derzeit sind über 550.000 Chiemgauer (1 Chiemgauer = 1 Euro) in Umlauf, 622 Unternehmen und 31 Vereine machen mit. Mit der 3% der Umtauschgebühr werden gemeinnützige Vereine unterstützt, bisher wurden Förderungen im Wert von fast 202.000 Euro ausbezahlt. Träger des Chiemgauers ist die Regios e.G. Genossenschaft, die auch Mikrokredite bis zu einer Höhe von 20.000 Chiemgauern/Euro zinsfrei mit Laufzeiten bis zu 36 Monaten vergibt. Das Kreditvolumen von Jänner bis Dezember 2010 betrug rund 480.000 Euro. Zins-Bonus bei Auszahlung auf Regiogeld-Girokonto 
 
Der Waldviertler ist das erfolgreichste Regiogeld in Österreich –  in Heidenreichstein können Betriebe 1/3 der Kommunalsteuer in Waldviertlern bezahlen.
               
Tauschsystem und Regionalwährung: Talentetauschkreis Vorarlberg.
 
Zu den erfolgreichsten Tauschsystemen im deutschsprachigen Raum zählt der Talentetauschkreis Vorarlberg, der eine Kombination von Tauschkreis und Regiogeld bietet. 100 Talente = 1 Stunde, aktuell sind 115 Talente 10 Euro wert.

Derzeit sind im TTK Vorarlberg 750 Mitgliedskonten registriert, davon 35 Jugendliche, 10 % Betriebe (50) und Vereine (30). Rund 1.800 Personen nützen diese Infrastruktur. Der Talentetauschkreis ist Kooperationspartner für Gemeindewährungen in Form von eurogedeckten Talente-Gutscheinen -  in Langenegg (seit 2008), im Klostertal, im Walsertal und im Walgau läuft die Diskussion noch. Kommunalsteuer und Gebühren zum Beispiel für den Kindergarten können mit der Zweitwährung bezahlt werden. Registriert wird steigendes öffentliches Interesse an Zeitvorsorge – Altenbetreuung ist Zukunftsthema! Der TTK arbeitete im Rahmen eines EU-geförderten Interreg-Projektes Zeitvorsorge-Modelle für Deutschland, Schweiz und Österreich aus. www.talentiert.at
 
Weitere Komplementärwährungen:
Timesozial Oberösterreich: Zeitbank Nachbarschaftshilfe 700 Mitglieder - www.timesozial.org
 
Tauschkreisverbund Ostösterreich – 4 Systeme, 850 Mitgliedskonten – Zeitwertscheine als „Bargeld“ - www.tauschkreis.at
 
Griechenland: Ovolos – Regionalwährung seit Ende 2010, 5.000 registrierte Mitglieder, zinsfreie Kredite – Ziel: Regionalwirtschaftskreisläufe beleben.
 
Genossenschaftsgedanken neu beleben
2012 wurde zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen. Gerade auf regionaler Ebene gilt es, den Genossenschaftsgedanken von Raiffeisen neu zu beleben.
 
"Raiffeisen 2.0": Die RegioSTAR Genossenschaft in Berchtesgaden/Bayern ist Träger des Sterntaler Regiogeldes, eines Kooperationsringes auf Basis eines Tauschkreises und von Euro-Investitionen in die Region für sinnvolle, nachhaltige Projekte: Permakultur in der Landwirtschaft, Photovoltaik-Anlagen zur autarken Energieversorgung. Info: www.regiostar.com
 
Energie und Geld: Wörgler Sonnenscheine beteiligen Gemeindebürger am Sonnenpark 1 (Fotovoltaik-Anlagen), den die Wörgler Stadtwerke (100 % im Eigentum der Stadt Wörgl) errichteten. Euro einzahlen, Energie zurückzahlen - die Kunden kaufen ihren Strom im voraus: 174 Sonnenscheine zu 900 Euro wurden ausgegeben. Die Stadtwerke liefern für einen Sonnenschein 20 Jahre lang jährlich rund 450 kWh, was dem Anspruch auf 0,5 kWp – kilowatt peak – max. Leistung des Photovoltaik-Moduls entspricht. Ein Win-Win-Geschäft für alle: die Stadtwerke erhielten Bargeld für die Finanzierung des 2. Sonnenparks und die Kunden haben kein Preissteigerungsrisiko mehr!  
 
Wenn derzeit solche Initiativen noch minimale Resonanz in Gesamtbevölkerung finden – Gernot Jochum-Müller, Obmann des Talentetauschkreises Vorarlberg geht von 1-2 Prozent aus, so sind es doch wichtige Pilotprojekte mit Leuchtturm-Effekt! Komplementärwährungen bewirken zudem durch die Beschäftigung mit der Funktionsweise von Geld ein tiefgreifendes Umdenken, das sich auch auf den Umgang mit dem Euro auswirkt.
 
 
 
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