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Workshop Geld - selbst gemacht am 29. April 2011 im Tagungshaus Wörgl

    

Rita Hauser vom Tagungshaus Wörgl (Bild links) begrüßte die TeilnehmerInnen des Workshops Geld - selbst gemacht, zu dem am 29. April 2011, die teilweise aus ganz Österreich und Deutschland anreisten. Mit Impulsreferaten stellten die drei Referenten ihre Systeme kurz vor - hier im 2. Bild v.l. Rudo Grandits.

Ob in der nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume oder in der Sozialarbeit von Großstädten – Komplementärwährungen leisten wertvolle gesellschaftliche Dienste, schaffen Bewusstsein für wirtschaftliche Zusammenhänge und stellen an der Basis ein Werkzeug dar, um Menschen zu verbinden, wirtschaftliche Kreisläufe zu beleben oder wieder in Gang zu bringen und damit Wertschöpfung zu ermöglichen.

 
Eine professionelle Infrastruktur bei Verwendung einer einheitlichen Währung, die in Form von Zeitwertscheinen wie Bargeld den Tausch vereinfacht, bietet der Tauschkreisverbund Ostösterreich. Mit dem gemeinsamen Marktplatz steigt auch die Attraktivität und als Besonderheit  will sich das System auch für Vereine öffnen.  Mag. Rudo Grandits vom Talentetauschkreis Südburgenland arbeitet seit Jahren in der Entwicklung von Komplementärwährungen und informierte in seinem Workshop auch darüber, wie mit energiegedeckten Regionalwährungen der Umstieg auf erneuerbare Energieträger und damit mehr Autonomie angeschoben werden kann. Weitere Infos zum Tauschkreisverbund Ostösterreich gibt´s auf www.tauschkreis.org sowie zur Energiegedeckten Regionalwährung auf www.neuesgeld.com/getfile.php?id=184.
 
  
Die moderierten Referenten-Workshops boten ausreichend Zeit zur Vertiefung und Fragestellung - hier links Rudo Grandits und Moderatorin Jutta Seethaler (Bild Mitte), bevor im Abschlussplenum alle drei Referenten noch einmal Publikumsfragen beantworteten. 
 
Wertvolle Tipps für startende Initiativen brachte Volkswirt Mag. Georg Brandenburg vom 2010 gegründeten Netzwerk für Nachbarschaftshilfe KAESCH in Wien mit. Als klassischer Tauschkreis auf Vereinsbasis aufgezogen, bei dem 100 KAESCH dem Wert einer Arbeitsstunde und als Richtwert 10 Euro entsprechen, weist das System als Besonderheit die multikulturelle und christliche-islamische Zusammenarbeit auf. Ziel ist Sozialkontakte zwischen den Bevölkerungsgruppen herzustellen und Wege aus der Einsamkeit zu zeigen. Infos online gibt´s auf www.kaesch.at
 
   
Stieß auf großes Teilnehmerinteresse: der Workshop von Franz Galler (Bildmitte) - im Bild rechts Moderator Heinz Hafner - über die RegioSTAR soziale Genossenschaft und ihre Handlungsfelder.
 
„Raiffeisen 2.0“ betitelte Franz Galler, selbständiger Finanzberater, Regionalentwickler und Vorstand des Vereins STAR e.V. seinen Vortrag über die vielfältigen Aktivitäten der sozialen RegioSTAR-Genossenschaft im Berchtesgadener Land in Bayern. Der Raiffeisen-Grundgedanke der gegenseitigen Selbsthilfe vor Ort mit möglichst viel regionaler Selbstversorgung liegt den Handlungsfeldern zugrunde, die Regionalentwicklung ohne externe Fördergelder ermöglichen. Die Genossenschaft betreibt einen Dorfladen, die Regiogeld-Initiative Sterntaler in Gutschein- und Regio-Card-Form, den Genossenschafts-Kooperationsring Midanand, bei dem Waren und Dienstleistungen getauscht werden, sowie Permakulturprojekte und eine Photovoltaik-Anlage und vergibt Mikrokredite für unternehmerische Aktivitäten. In Vorbereitung ist zudem der Aufbau einer zeitbasierten Altersvorsorge.  Die RegioSTAR e.G. ist Partner der Hochschule für angewandete Wissenschaften München, die seit Frühjahr 2011 den Zertifikatskurs Nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume anbietet. Weitere Informationen auf www.regiostar.com
 
Weitere Bilder vom Workshop sehen Sie hier in der Galerie...
Fotos: Unterguggenberger Institut/Dominic Kainzner und Veronika Spielbichler
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