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Kunstaktion des Offenen Hauses Oberwart

Am 17. September 2010 startete die Kunstaktion "Antidepressiva für Oberwart", die bis 15. November Installationen und Interventionen im öffentlichen Raum von österreichischen und afrikanischen Künstlern zeigt. "Wir wohnen jetzt seit fünf Jahren in Österreich und haben eine Krankheit bekommen, die in Afrika nicht existiert - Depression." - Als Antwort auf dieses Statement sind im Kulturpark Oberwart nun "Antidepressiva für Oberwart" aufgestellt, die das Publikum auf einen Dialog einladen. Teilnehmende Künstler sind u.a. Cynthia Schwertsik, Cheikh Niass, Eva Ursprung, elffriede i.a., Hans Nevidal, Leo Schatzl (Pet-Boot aus weggeworfenen Wasserflaschen - Bild oben links), Machfeld, Samson Ogianmien und Wolfgang Horvath sowie Artist in Residence ASTON - Mikpon Sergeaurelien aus Cotonou Benin. Ein Projekt in Kooperation mit Schaumbad - freies Atelierhaus Graz.

"Sport ist gesund und hilft in schwieriegen Zeiten über Depressionen hinweg" - kommentiert das Team Machfeld (Sabine Maier, Michael Mastrototaro und für den Sound Eva Ursprung) ihre Fahrrad-Installation im Kulturpark. Wer strampelt, wir mit Klanglandschaften aus Afrika belohnt (Bild links). Aston ist ein Künstler aus Benin, der sich in Oberwart auf die Suche nach Recyclingmaterialien gemacht und daraus zwei Arbeiten geschaffen hat: "In the Bar" (Bild Mitte) und "The Reader" (Bild rechts). Sein künstlerisches Schaffen hat ökologische Hintergründe - so wird wertloses wertvoll.

Den Vogelflug ahmt Cheikh Niass in seiner Installation "Weg der Freiheit" nach (Bild links). "Hippochondrie" vom Duo Machfeld (Bild Mitte) will die Besucher mit einem beschallten Solarium aufheitern. Zur Intervention luden elffriede i.a. und Cynthia Schwertsik zur Eröffnung der Ausstellung in den Kulturpark und baten die Gäste, persönliche Gebrauchsgegenstände zum Weißwaschen mitzubringen - von der Weste bis zur Sonnenbrille... (Bild rechts).

 

Was bedarf einer Weißwaschung? Einen Einblick bekommt man im Kulturpark Oberwart. Auch in die Seele afrikanischer Zuwanderer, die die Not in ihrer Heimat zum Auswandern treibt. "Am Sand" ist das Selbstbildnis des nigerianischen Künstlers Samson Ogiamien bezeichnet - Was tut ein Mensch mit seiner Zeit, die ihm nicht bleibt? Der Künstler lebt seit Jahren in Graz und hat immer wieder mit frustrierenden, unangenehmen Situationen zu kämpfen. Seine Skulptur stellt Fragen: Wie lange muss ich noch bleiben, um Teil dieser Gesellschaft zu werden? Wann können all die Erfahrungen, Kenntnisse und Talente im "Gepäck" angewendet werden?

Wasser ist ein zentrales Thema für den ganzen Kontinent Afrika - Samson Ogiamien schuf seine "Wassergöttin und Heilsbringerin" (Bild links) ebenfalls aus Recycling-Materialien. Fünf Video-Installationen zeigen das Anfertigen von Spielzeug, Schuhen, einer Kokosschnur, Reusen und Öfen in Afrika.

Weitere Infos zum Projekt: www.oho.at

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