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Tagungsprogramm "Geld - regional und global" am 23. und 24. April 2010 in Dornach/Schweiz

Die Sektion für Sozialwissenschaftn am Goetheanum in Dornach/Schweiz veranstaltet am 23. und 24. April 2010 die Tagung "Geld - regional und global, von oben und von unten" und geht der Frage nach, welchen Beitrag Komplementärwährungen zu einer neuen Geldordnung leisten können. Die Tagung versteht sich als Treffpunkt für Engagierte und Interessierte  zur Klärung aktueller Fragen aus der Praxis.

Das Tagungsprogramm:

Freitag, 23. April 2010
16.00 Uhr Plakat-Ausstellung „Neues Geld“ Vorführungen des Films „Der Schein trügt“
Gespräche zwischen Besuchern und den Organisatoren
18.00 Uhr Gemeinsamer Imbiss
19.00 Uhr Begrüssung und Einführung: Finanzkrise und Geld – ein Denkanstoss, Paul Mackay, Aufsichtsratsvorsitzender der GLS Bank und
Leiter der Sektion für Sozialwissenschaften am Goetheanum
Einstiegsgespräche unter den Teilnehmenden
Komplementäres Geld als Instrument nachhaltiger Regionalentwicklungen - Chancen von Zweitwährungen, Veronika Spielbichler, Unterguggenberger Institut, Wörgl, Tirol
Samstag, 24. April 2010
09.00 Uhr Eine Befragung zur Eröffnung
Susanne Pühler, Diplom-Soziologin, Breitbrunn am Chiemsee Austauschrunde in kleinen Gesprächsgruppen
11.00 Uhr Pause
11.30 Uhr Metamorphosen des Geldes, Ulrich Rösch, Sektion für Sozialwissenschaften, Goetheanum
Evolution der Regionalwährungen, Christian Gelleri, Vorstand Chiemgauer e.V., Chiemgau
12.30 Uhr Mittagessen
14.00 Uhr Expressives Intermezzo
Sozialkünstlerisch-praktische Übungen - Michael Rein, Entwicklungsberatung, Bempflingen
14.30 Uhr Gruppengespräche zur Vorbereitung auf den Dialog mit dem Podium
15.00 Uhr Pause
15.15 Uhr Bedenkenswertes für die weitere Entwicklung der komplementären Währungen
Fragen an und Gespräch mit Christian Gelleri, Vorstand Chiemgauer e.V.,
Chiemgau und Prof. em. Dr. Harald Spehl, Universität Trier
17.00 Uhr Schlussworte
bis 17.30 Uhr
Moderation und Organisation: Otmar Donnenberg
Änderungen vorbehalten

Den Folder zur Tagung "Geld - regional und global" als pdf-Dokument (173 KB) - hier

Infos zum Goetheanum: www.goetheanum.org

Bürgergeld bewusst gestalten
Heute ist Geld ein selbstverständlicher Bestandteil des Lebens – überall. Das
Bewusstsein dafür, was Geld eigentlich ist und wie es wirkt, ist jedoch erschreckend
unterentwickelt. Erschreckend deswegen, weil Geld unser Leben von Grund
auf bestimmt und der Mangel an Bewusstsein dazu führt, dass die Fähigkeit,
Geldordnungen lebensgerecht – umweltfreundlich und menschenfördernd – zu
gestalten ernstlich behindert ist.

Die Folgen erleben wir auch in der gegenwärtigen
Krise des Finanzsystems mit ihren Auswirkungen auf unser Zusammenleben.
Zur gleichen Zeit erleben wir aber auch die Entfaltung von Komplementärwährungen.
Sie schaffen mit ihrem kritischen Blick auf die bisherige Geldordnung zunehmend
notwendiges Bewusstsein und verleihen Bürgern mehr und mehr die Möglichkeit,
im multilateralen Tausch gezielt mitzugestalten. Der Bürger ist immer weniger hilfl os
dem Geschehen ausgeliefert.

Neben dem Geld „von oben“, wie es heute durch
Finanzexperten gelenkt wird, gibt es ein Geld „von unten“, von dem und für den
bewusster lebenden Bürger, der seine Verantwortung für den Gang der Dinge ergreift.
Neben dem Geldsystem, was die globalen Verknüpfungen fördert gibt es inzwischen
weltweit Tausende von regionalen und lokalen Geldsystemen, die der Lebenserhaltung
und der Aktivierung sozialer Beziehungen dienen. Ihre weitere Entfaltung kann dazu
beitragen, dass Geldordnungen größere Stabilität zu bieten haben.

Die Bewegung der Komplementärwährungen wird aus einer Vielfalt von geistigen
Quellen inspiriert, die oft jenseits der etablierten akademischen Denkgewohnheiten
liegen. Diese Vielfalt ist eine der stabilitätsfördernden Faktoren. So will diese Tagung
dazu beitragen, Quellen zu erschließen, die helfen, bestehende Geldverhältnisse kritisch
zu sehen und andere Wege zu beschreiten. Beim Versuch, Probleme der Geldordnung
zu lösen, ersparen sie uns solche Geschehnisse, welche die Probleme vertiefen statt sie
zu überwinden.


Die Tagung beginnt mit Darstellungen von Komplementärwährungen, um die
Lebendigkeit der Szene vor Augen zu führen. Das Herausschälen von drängenden
und wesentlichen Fragen aus der aktuellen Praxis von Regionalwährungen dient zur
Vorbereitung von Fragen an ein Podium mit Vertretern der Regiogeldbewegung. Das
letzte Drittel der Tagung soll dem Dialog zwischen den Teilnehmern und den Experten
dienen.

Eine Folgetagung zum Thema „Geld anders denken“ vom 18. – 19. Juni 2010 greift
die bekannte Aussage von Einstein auf „Probleme kann man nicht mit derselben
Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“ und liefert Hinweise, wie anderes
Denken – über Geld und Gesellschaft – aussehen könnte und geübt werden kann.
Otmar Donnenberg

 

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