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Neuer Verein im Bezirk Schwaz/Tirol unterstützt Subsistenzwirtschaft

"Noch vor hundert Jahren waren der Großteil der Europäischen Bevölkerung Bauern und Gärtner und damit Selbstversorger in Sachen Lebensmittel, Kleidung und Energie. Die zunehmende Technisierung und Spezialisierung hat unser Kulturland nachhaltig verändert. Die Sortenvielfalt von regionalem Obst-Gemüse und Getreide hat sich dramatisch reduziert. Außerdem ist das Wissen um Saatgutgewinnung, Anbau, Ernte und Haltbarmachung von Lebensmitteln größtenteils verloren gegangen", heißt es auf www.autark-werden.at zur Begrüdung der neuen Initiative. "Wir haben es alle einmal gewußt, wie wir in und mit der Natur auf einfache Weise leben und uns ernähren können. Die zunehmende Technisierung hat dieses Wissen überflüssig gemacht zugunsten eines Systems, welches heute kommerziell die Lebensgrundlagen zur Verfügung stellt, mit allen bewußten und unbewußten Abhängigkeiten, die sich daraus ergeben haben."

In Seminaren, Workshops und mit vielen Praxisbeispielen wollen Eckhard Emde aus Maurach am Achensee und Andreas Kreutner, Biobauer in Schwaz, mit ihrem Team das Wissen zu einer eigenverantwortlichen und unabhängigen Lebensweise vermitteln, unabhängig von bestehenden Wirtschafts-, Energie- und Systemkreisläufen.

Sie bieten Einsteiger- und sechstägige Intensivkurse, bei denen das Know-How vermittelt wird, ebenso an wie Produkte und haben vor, dafür eine Einkaufsgemeinschaft zu organisieren: "Unser Verein dient dafür als Vermittlungsplattform. Wir sammeln Bestellungen von Grundnahrungsmitteln aus Bioanbau und geben sie an die Hersteller weiter. Für die Abwicklung suchen wir derzeit einen geeigneten Lagerraum." Das regionale Produktangebot liefern derzeit zehn Bauern, wobei auf Bestellung auch Fleisch, Wurst und Käse geliefert werden. Zum Lebensmittelangebot zählen neben den wichtigsten Getreidesorten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer und Hirse Kartoffeln und Eier, Honig und Marmelade. "Für unsere Mitglieder steht auch eine Getreidemühle zur Verfügung. Wir planen wöchentliche Treffen", so Andreas Kreutner.

Das Lebensinsel-Angebot richtet sich an Menschen in ländlicher Umgebung. Wer nicht selbst Grund und Boden zum Anbauen von Lebensmitteln hat, kann Flächen dafür vom Verein anmieten. In den Kursen geht´s neben dem Anbau auch um Saatgutvermehrung, Lebensmittelherstellung, -konservierung und -lagerung. Zur Notfallausrüstung zählen weiters autarke Energiegeräte wie Solarkocher und Holzöfen, mit denen auch Warmwasser aufbereitet wird.

Bezahlt werden kann übrigens in Mischpreisen, die sich aus Euro ebenso wie aus Talenten des Tiroler Talente-Tauschkreises zusammensetzen. Im Aufbau regionaler Zahlungsmittel und damit in der Vernetzung der Menschen vor Ort sieht die Initiative ebenso eine Krisenvorsorge, wobei neben der Mitwirkung im Tauschkreis auch geraten wird, Silbermünzen mit geringem Nennwert zu kaufen, die in Notzeiten als Zahlungsmittel im täglichen Bedarf eingesetzt werden können.

"Arbeitslosigkeit? Systemkrise? Naturkatastrophen? Finanzcrash? - Vorsorge tut Not. JETZT!" verkündet der Vereinsflyer. Das Angebot von "autark werden" geht radikal an die Lebensgrundlagen - ist es ein "Geschäft mit der Angst"? "Wir wollen keine Ängste schüren, sondern bewussten Menschen Wege aufzeigen, neben einem immer fragiler werdenden Wirtschaftssystem ein erfülltes Leben zu gestalten. Der Beginn ist immer eine persönliche Entscheidung, ob ich die Verantwortung für mein Leben in allen Bereichen selber wahrnehmen will oder abhängig sein will von nicht beeinflussbaren Wirtschaftskreisläufen", meinen die Initiatoren. 

Weitere Infos zu den Aktivitäten des Vereins Lebensinsel gibt´s auf www.autark-werden.at

Fotonachweis: www.autark-werden.at

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