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Kommentar von Tobias Plettenbacher

 
Kommentar von Tobias Plettenbacher:
 
 
Dem Vorschlag von Mankiw, dass eine hohe Inflation die selben Auswirkungen
 
haben würde wie ein negativer Zinssatz, kann ich nicht zustimmen.
 
Im letzten Fall kann man den Wert des Geldes durch Verleihen erhalten
 
(nur das Zurückhalten des Bargeldes wird verhindert -
 
man kann faktisch die Negativzinsen nicht durch Geldhortung umgehen).
 
Im Fall der (Hyper-)Inflation verlieren hingegen alle Guthaben ihren Wert und
 
gewinnen werden nur jene, die ihr Vermögen in reale Werte anlegen konnten
 
und diese auch erhalten können (also nicht die breite Masse). Ferner führt
 
nachweislich jede hohe Inflation (mit 1-2 Jahren Verzögerung) zu hohen Zinssätzen,
 
was bei dem historischen Höchststand der Überschulung den
 
meisten Privaten und Unternehmen sofort den Gar ausmachen würde...
 
 
Ferner dürfen wir nicht übersehen, dass die Habenzinsen einen wesentlichen
 
Einfluß auf die Höhe der in allen anderen Bereichen erwarteten Rendite hat:
 
Diese muß bei (risikobehafteten) Investitionen natürlich immer ein paar Prozent höher
 
sein als im vermeintlich sicheren Hafen Bank. Negativzinsen würden damit auch
 
den massiven Renditedruck für die (Real-)Wirtschaft reduzieren/minimieren.
 
 
Das Problem, das Mankiw übersieht: Damit das Geld wieder in die Real-
 
wirtschaft strömt, dürfte es keine anderen Möglichkeiten mehr geben,
 
mit seinem Vermögen positive Renditen zu erzielen: Die Spekulation mit
 
Aktien, Rohstoffen, Grund & Boden etc. müsste ebenfalls nur Verluste bringen.
 
Das würde als weiteren Schritt - um dem Kapitalismus "die Zähne zu ziehen" -
 
z.B. eine extrem hohe Besteuerung jeglicher Kapitalerträge (>100% :-) bedeuten
 
bis zu einer völligen Aufgabe von Börsen und Aktiengesellschaften!
 
Der letze Schritt wäre möglich, wenn die Finanzierung von Projekten durch
demokratische Geldschöpfung problem- und zinsfrei möglich wäre ("Bürgerbank").

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