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Liebe Permakultur-Freunde,

das 4. Österreichische Sozialforum war geprägt von der derzeitigen Finanzkrise, zahlreiche Vorträge und Workshops mit Referenten wie Tobias Plettenbacher von Timesozial, Veronika Spielbichler vom Unterguggenberger-Institut, oder Georg Pleger von der Tiroler Stunde fanden großes Interesse. Natürlich war auch Frithjof Bergmann mit seinem Modell für neue Arbeit ein guter Publikumsmagnet. Die Fülle an Vorträgen machte eine Entscheidung  schwer, doch gab es auch zahlreiche Zuhörer beim Vortrag über Permakultur.

Themen in diesem Rundschreiben:
 
1. Nächstes Permakultur-Treffen: Planung eines Hausgartens
2. Projektleiter aus dem Sudan besuchen oberösterreichische Permakultur-Projekte
3. Einführungs-Seminar in die Permakultur
4. Petition Neues Geld vom Unterguggenberger-Institut
5. Keine Patente auf Saatgut und Nutztiere
6. 72h Permakultur-Zertifikatskurs Sommer 2009 in Wels in Planung
7. Permakultur-Designkurs in Südtirol, November 08 – Noch Plätze frei!

Dieser Newsletter kann gerne an alle Interessierten weitergeleitet werden, wer unseren Perma-Norikum - Newsletter nicht mehr erhalten möchte, sendet bitte eine kurze Info zurück.

Permakulturelle Grüße

Bernhard Gruber
Schriftführer Perma-Norikum
www.perma-norikum.net


1. Permakultur-Treffen: Planung eines Hausgartens
Das nächst Treffen des Vereins Perma-Norikum findet am Sonntag, dem 16.11.08 von 9.00 bis 19.00 Uhr, in A-4611 Buchkirchen, Hundsberggasse 11, bei Monika Kapusciak
Und Martin Blaimschein statt. An diesem Tag soll der Hausgarten beider Perma-Norikum – Mitglieder geplant werden. Dieses Treffen wendet sich an alle Interessierten und Freunde der Permakultur. Das Treffen ist kostenlos, es kann jedoch jeder gerne etwas für die Allgemeinheit mitbringen. Pflanzen und Samen können getauscht und Bücher aus der Vereinsbibliothek entlehnt werden. Anmeldung erforderlich Tel. 0650 76 314 28 oder
perma-norikum@gmx.at

2. Projektleiter aus dem Sudan besuchen oberösterreichische Permakultur-Projekte

Miak Wadang ist ein ganzheitliches, nachhaltiges Entwicklungsprojekt für Dörfer im Bezirk Melut in der oberen Nil-Provinz des Süd-Sudans. Über 25 Jahre Bürgerkrieg, 2,5 Mio Tote, 3,5 Mio Vertriebene sind zu beklagen, jetzt geht es darum in dieser eigentlich sehr fruchtbaren Region eine neue Infrastruktur aufzubauen.

Für einige Tage befanden sich die Projekt-Leiter vom Sudan, die Frau des Ministers, Mary Akuot Ruun und der Sohn, Lual Ruun in Österreich um Kontakte zu knüpfen, für ihre Sache zu werben und Informationen einzuholen. So besuchten sie gemeinsam mit dem österreichischen Projekt-Team am Freitag, dem 19. September 2008, auch drei oberösterreichische Permakultur-Projekte. Zusammengestellt und durch den Tag geführt wurde die Tour von Bernhard Gruber einem oberösterreichischen Permakultur-Designer.

Am Vormittag startete die Rund am Permakultur-Projekt „Weberhäusl“ der Familie Gruber in Wels. Hans Hermann Gruber versucht seit Anfang der 1990er Jahre nach dem Vorbild von Bill Mollison und Robert Hart einen Waldgarten zu etablieren. Neben einer großen Vielfalt an Pflanzen findet man verschiedenste Elemente aus der Permakultur: Sonnenfallen, Hügelbeete, Hochbeete, ein kleines Lastragendes Strohballenhaus, Kräuterspirale, ein von Hühnern beheiztes Anzuchtgewächshaus, Komposttoiletten und vieles mehr.

Nächste Station war der Mischkultur-Betrieb der Familie Langerhorst in Waizenkirchen. Margarete und Jakobus arbeiten auf ihrem Land seit den frühen 1970er Jahren und sind weit über die österreichischen Landesgrenzen hinaus bekannt. Sie haben es geschafft, ein für sie perfektes System aus Kleinklimazonen, Mischkulturanbau auf kleinen Flächen, Kompostwirtschaft und regionaler Vermarktung aufzubauen. Es wird versucht, möglichst Boden schonend, ohne die Erde zu wenden zu arbeiten und eine reiche Humusschicht aufzubauen, so haben auch Schädlinge wie Schnecken keine Chance. Neben biologischem Gemüse werden auch zahlreiche dauerhafte Früchte wie Beerenobst, Obst und Nüsse geerntet.

Letzter Programmpunkt auf dieser Permakultur-Besichtigungstour war der Biohof von Stefan Mayrhofer in Bad Zell. Angeleitet von Ideen Sepp Holzers, stellt Stefan seinen 4 ha Milchwirtschaftsbetrieb auf biologische Freilandschweine und Hochlandrinder um. Dazu errichtete er ein Koppelsystem mit Erdställen aus Lärchenholz, welche auch zwischendurch als Lagerräume verwendet werden können. Bei jedem Erdstall gibt es eine Tränke mit gefasstem, frischem Quellwasser. Nun gilt es auch noch das ehemalige Weideland mit Hecken zu säumen, um geeignete Kleinklimazonen zu schaffen, Obstbäume und Beerensträucher zu pflanzen und der eine oder andere mit Quellwasser gespeiste Naturteich soll errichtet werden.

Alles in allem konnte der Projekt-Gruppe um Dr. Bronnenmayer aus Kirchdorf und die Familie Ruun ein informatives, vielfältiges Programm geboten werden. Natürlich ist klar, dass man Ideen von hier nicht 1:1 in Afrika umsetzen kann, doch Denkanstöße und neue Sichtweisen konnten  sicher auf den Weg mitgegeben werden. Zudem gibt es auch schon in den verschiedensten Regionen weltweit und auch in Afrika erfolgreiche Permakultur-Projekte. Die Permakultur versteht sich nicht nur als ein ganzheitliches Planungssystem, es stehen auch die drei Punkte: Sorge für die Erde, sorge für die Menschen, teile gerecht und schränke dich ein, der Ethik im Mittelpunkt. Fotos unter:
http://picasaweb.google.de/alexander.hader/MiakWadang_FieldTrip_Permaculture alle Fotos Alexander Hader Spes-Akademie Schlierbach

3. Einführungs-Seminar in die Permakultur am 8.11.08 in A-4600 Wels

Permakultur ist nicht nur ein Planungssystem das sich auf den Garten oder die Landwirtschaft beschränkt, dahinter steckt ein komplexes, lebendiges System, für viele auch ein Lebensstil. Ohne permanente Kultur kann keine Gesellschaft überleben. Ziel ist es ökologisch intakte und wirtschaftlich tragfähige Systeme zu schaffen die ihren eigenen Bedarf decken, weder ausbeuten noch verschmutzen und auf lange Sicht nachhaltig sind. Dieses System ist für die Versorgung von Stadt und Land gedacht. Dazu dient auch die kleinste praktisch nutzbare Fläche. Der Permakultur-Designer Bernhard Gruber gibt Ihnen einen Einblick in die Ethik und Geschichte der Permakultur. Anhand von einfachen Beispielen wird er erläutern, was jeder einzelne beitragen kann.

Veranstaltungsort ist das Permakultur-Projekt „Weberhäusl“ der Familie Gruber in Wels, Stadlhof 25, 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr, Seminarbeitrag euro 45,- / Mittagessen euro 7,-
Anmeldung unter Tel. 0043 (0) 650 76 314 28 oder
bernhard.gruber@co1.at

4. Petition Neues Geld

"Die aktuelle Finanzkrise zeigt den dringenden politischen Handlungsbedarf, Änderungen am Finanzsystem durchzuführen. Anstatt reiner Symptombekämpfung fordern wir die Unterstützung neuer Geldsysteme auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene als Ergänzung zum bestehenden System, das auf rücksichtslose Gewinnmaximierung, Ausbeutung von Mensch und Natur und auf zerstörerischem Wachstumszwang beruht. Neue Geldformen sollten wertstabil, demokratisch und gemeinschaftsbildend sein und eine nachhaltige und solidarische Wirtschaftsweise fördern" - so lautet die Zusammenfassung einer Petition an Österreichs politische Entscheidungsträger, die die Initiative Neues Geld beim Österreichischen Sozialforum von 24. bis 26. Oktober 2008 erstmals öffentlich vorstellte und dafür auch gleich eine Reihe von UnterstützerInnen fand. Zu den ersten Unterzeichnern zählte Claudio Nascimento, enger Berater von Brasiliens Präsidenten.  Download Unterschriftenliste auf
www.unterguggenberger.org

5. Keine Patente auf Saatgut und Nutztiere

Die zunehmende Patentierung von Saatgut, konventionellen Pflanzensorten und Nutztierrassen bedeutet eine weitgehende Enteignung von Bauern und Züchtern: Landwirte dürfen ihr Saatgut aus der Ernte nicht mehr zurückbehalten und Züchter können mit patentiertem Saatgut nur noch sehr eingeschränkt weiter arbeiten. Die Patentinhaber kontrollieren den Verkauf des Saatgutes und dessen Anbau, können über den Einsatz von Spritzmitteln bestimmen und sogar bei der Ernte abkassieren – bis hin zum verarbeiteten Lebensmittel. Unsere Nahrungssicherheit liegt zunehmend in den Händen einiger weniger Chemie- und Biotechnologie-Konzerne. Das Europäische Patentamt (EPA) hat im Interesse der multinationalen Konzerne in den letzten Jahren die Patentierbarkeit immer stärker ausgeweitet und die bestehenden Verbote unterlaufen. So gibt es ein Verbot der Patentierung von Pflanzensorten und Tierarten – trotzdem wurden bereits einige hundert Patente auf genmanipulierte Sorten erteilt. Grundlage für diese Patente ist eine äußerst umstrittene EU-Patentrichtlinie (98/44/EG), sowie die Entscheidung der so genannten Großen Beschwerdekammer des Amtes, die 1999 entschieden hat, dass derartige Patente grundsätzlich erteilt werden. Jetzt befasst sich die Große Beschwerdekammer erneut mit einer Grundsatzfrage: Diesmal geht es um Patente auf konventionelle Pflanzen und Tiere! Die Große Beschwerdekammer des EPA will am Fall eines Patentes auf Brokkoli (EP 1069819) grundsätzlich entscheiden, wo die Grenzen der Patentierbarkeit liegen. Der Brokkoli wurde lediglich mit Hilfe einer Gen-Diagnose (MAB - marker assisted breeding) auf seine natürlichen Gene untersucht. Die Gene wurden dabei nicht verändert. Alle Brokkoli-Pflanzen, die ähnliche Gene haben, sollen laut dem Patent als "technische Erfindung" gelten. Ihre Verwendung zur Züchtung und die Pflanzen selbst sollen unter Patentschutz gestellt werden. So soll das Verbot der Patentierung von "im wesentlichen biologischen Verfahren zur Züchtung von Pflanzen und Tieren" ausgehebelt werden. Das EPA hat für ähnliche Fälle schon Patente erteilt: So wurde etwa für die niederländische Firma Enza Zaden Beheer ein Patent auf pathogenenresistenten Salat erteilt (EP 1179089). Sollte die Grosse Beschwerdekammer das Brokkoli-Patent bestätigen, würde diese Entscheidung auch bindend für alle anhängigen Patentanträge und sogar für Nutztiere und deren Nachkommen. Weitere Infos und Unterschriftlisten auf
www.no-patents-on-seeds.org/

6. 72h Permakultur-Zertifikatskurs Sommer 2009 in Wels in Planung

Für den Sommer 09 plant der Verein Perma-Norikum den zweiten 72h Permakultur-Zertifikatskurs nach dem Curriculum von Bill Mollison. Referent wird Christoff Schneider sein, Christoff verbrachte ein Jahr bei Joe Polaischer in Neuseeland und begleitete ihn bei seiner letzten Vortragsreihe im Sommer 07. Es freut uns sehr, dass wir Christoff Schneider für diesen Kurs gewinnen konnten. Neben umfangreicher Theorie wird es auch wieder Praxis und Exkursionen geben. Neu im Kurs wird sein, dass jeder an seinem geplantem Projekt vom ersten Tag an arbeiten wird. Teilnehmen kann am Kurs jeder, der an einem ökologischen Lebensstil interessiert ist.
Geplanter Termin: 11. bis 25. Juli 2009
Nähere Infos zum geplanten Kurs unter
Bernhard.gruber@co1.at oder Tel. 0043 (0) 650 76 314 28
7. Weitere Termine

Fünfte Konferenz Zivilgesellschaft

»Zivilgesellschaft und Wirtschaft« - Zwei Bereiche der Gesellschaft: Gegner oder Partner?
28.-30. November 2008 in Innsbruck im Haus der Begegnung, Rennweg 12, 6020 Innsbruck
http://konferenz-zivilgesellschaft.at/


Permakultur-Designkurs in Südtirol


Wer nicht mehr bis zum Sommer 09 warten will, für den sind noch ein Plätze im Bildungshaus Kloster Neustift frei. Am 24.11.08 startet in Zusammenarbeit mit PIA, der Permakultur-Akademie im Alpenraum, unter der Leitung von Marlies Ortner der Zertifikatslehrgang.
 
Der Lehrgang ist in 2 Blöcke mit 5 Modulen aufgeteilt:
Block 1: Modul 0 und Modul 1: 24.11. - 29.11. 2008
Block 2: Modul 2 - Modul 4: 08.12. - 14.12. 2008
 
Anmeldefrist ist der 31.10. 2008
Für Fragen und nähere Informationen:
Mag. Elisabeth Tomasi, Ökozentrum und Gesundheitsbereich Bildungshaus Kloster Neustift,
Stiftstrasse 1, I - 39040 Vahrn, Tel.  0472 83 55 88,
www.kloster-neustift.it



Impressum/Offenlegung gem. §§ 24f Mediengesetz (BGBl. Nr. 49/2005):
Medieninhaber und Herausgeber ist der Verein Perma-Norikum (
www.perma-norikum.net) mit Sitz in A-4600 Wels, Stadlhof 25
Redaktion: Schriftführer Perma-Norikum Bernhard Gruber
Dieses Medium dient zur Information und gegenseitigen Unterstützung im Sinne der Permakultur

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