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Exkursion am 20. Oktober 2008

 

Nach der Ankunft am Wörgler Hauptbahnhof starteten die "talentierten" KlagenfurterInnen mit dem Stadtrundgang entlang der Wörgler Meilensteine. Natürlich wurde beim Arbeitswertschein 1932 angehalten und über den Betrag gestaunt, auf den der zu Jesu Geburt fiktiv veranlagte Euro mit einem Zinssatz von 3 % p.a. mittlerweile angewachsen war: 6.331.667.938.288.401.925.633.818,39 - vorlesen konnte diese Zahl niemand mehr (Bild links).

Beim Besuch im Heimatmuseum gab Veronika Spielbichler, Obfrau des Unterguggenberger Institutes Informationen über das historische Freigeld-Experiment sowie über die Kerbhölzer, die bis 1870 als Gemeindebuchhaltung für Steuerabgaben in Form von Arbeitsschichten zur Erhaltung der Gemeinschaftsgründe dienten. Beim Museumsbesuch kamen die Besucher dann auch noch in den Genuss eines Ständchens - aufgrund des großen Zulaufes in der Musikschule werden die Museumsräumlichkeiten auch für den Musikunterricht verwendet. 

Beim Museum startete der Rundgang des Freigeldwanderweges, der zunächst für einen Stopp im Unterguggenberger Institut unterbrochen wurde. Die Besucher informierten sich hier über die Arbeit der Einrichtung, über die Aktivitäten des Freigeldjahres sowie über das Wörgler LA21-Jugendprojekt I-MOTION, das vom Unterguggenberger Institut im Rahmen der Lokalen Agenda 21 initiiert wurde. Das generationsübergreifende Projekt startete vor drei Jahren. Jugendliche ab 12 Jahren erbringen dabei Dienstleistungen für Sozialeinrichtungen, Vereine oder in der Nachbarschaftshilfe und erhalten dafür Zeitwertkarten. Diese können sie in Gutscheine regionaler Unternehmen eintauschen, um einzukaufen, ins Schwimmbad oder Skifahren zu gehen. Aus dem Projekt werden zudem Sozialeinrichtungen, Vereine und selbst organisierte Jugendprojekte mit Zeitwertkarten unterstützt. Derzeit sind 340 Jugendliche aktiv dabei - eine ausführliche Projektdokumentation können Sie hier nachlesen, und weitere Infos gibt´s auch auf www.i-motion-woergl.at

Apropos lesen - die Tauschkreismitglieder holten sich im Unterguggenberger Institut auch Literaturtipps und Infomaterial, darunter Tobias Plettenbachers Buch "Neues Geld - Neue Welt" (Infos: www.neuesgeld.com), bevor der Spaziergang am Freigeldwanderweg zur Sprungschanze fortgeführt wurde. Die Sportanlage wird derzeit von den "Wörgler Flughunden" revitalisiert.

Beim abschließenden Caféhaus-Besuch packten die Klagenfurter dann ihre Talente in Form von Gutscheinen aus: Der Tauschkreis besteht seit 1997 und wirtschaftet einerseits mit dem Talente-Konto, andererseits mit Talente-Gutscheinen in unterschiedlichen Nennwerten. "Eine Stunde entspricht bei uns einem Talent. Wir haben Gutscheine von fünf Stunden abgestuft über 1 Stunde, eine halbe Stunde bis zu 3 Minuten", erklärten Ingrid und Claudia und wiesen auf die Vorteile hin: "Gerade bei kleinen Summen wie bei Ausgaben für Café und Kuchen sparen wir uns die Zettelschreiberei."

Die Taltentgutscheine gelten ein Jahr und weisen, ebenso wie die Kontostände, einen Schwund von 3 % p.a. aus. Das Schwundprinzip des Freigeldes dient den Talentierten als Anreiz, die Talente nicht zu horten und sich aktiv im Tauschkreis einzubringen. Mit 70 Mitgliedern zählt der Tauschkreis zu den kleineren Tauschsystemen, erfüllt aber dennoch für alle Beteiligten wertvolle Dienste. Die monatlichen Treffen tragen ebenso wie die Marktzeitung zur gegenseitigen Vernetzung bei. Wobei sich im Laufe der Jahre eine Verhaltensänderung eingestellt hat: "Früher wurde für alles ein Verrechnungsbon geschrieben - heute wird schon viel mehr geschenkt und nicht mehr verrechnet", freuen sich die Tausch-Fans.

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