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Kommentar von Tobias Plettenbacher zur Finanzmarktkrise

Baron Münchhausens finanzielle Massenvernichtungswaffen

Die Finanzkrise spitzt sich ständig weiter zu. Derzeit sehen wir erst die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs, da die Banken noch viele weitere "Leichen im Keller" liegen haben. Eine davon sind die Credit Default Swaps (CDS), ein ungesichertes "Wert­papier" mit dem weltweit das Ausfallsrisiko von Krediten gehandelt wird, mit dem also gewettet wird, dass Gläubiger nicht zahlen können.

Warren Buffet, der reichste Mann der Welt, hat diese CDS schon vor Jahren zu Recht als "finanzielle Massenvernichtungswaffen" bezeichnet, da es keinerlei Regulierungen gibt und niemand einen realen Wert als Sicherheit zu hinterlegen hat! Diese Papiere gelten jedoch als Versicherung für Banken, Investoren, faule Kredite... Das entspricht etwa dem Versuch von Baron Münchhausen, sich selbst am Schopf aus dem Morast zu ziehen. Da kommt die Silbe "Ver-" richtig zur Geltung: Ver-sicherung, Ver-trauen, Ver-lust, Ver-blödung.

Nun müssen schon nächsten Dienstag (21. Oktober 2008) die Ver-sicherer und Banken bis zu 365 Mrd. US$ an CDS-Inhaber auszahlen - nur für die Lehman-Bank! Derzeit schätzt man, dass bereits CDS-Papiere im Wert von 1.200 Milliarden US$ wackeln. Der Gesamtwert an CDS hat sich von 2001 bis 2007 übrigens fast verdoppelt und liegt weltweit bei etwa 62.200 Milliarden US$...

 

Dipl.-Ing. Tobias Plettenbacher
ATTAC Ried, TIMESOZIAL, Experte für komplementäre Währungssysteme
Kontakt:

plettenbacher@timesozial.org, 0664/ 5434939

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