Das Pyramidenspiel – Finanzkapital manipuliert die Wirtschaft.

Ein Zweitstudium der Soziologie und ein mehr als dreijähriger Aufenthalt in Japan gab den Ausschlag für Gero Jenners intensive Beschäftigung mit Problemen der Wirtschafts- und Geldtheorie. Unter anderen sieht er im Mechanismus der Zinsen eine akute Gefahr nicht nur für die Stabilität der Ökonomie sondern darüber hinaus auch der Gesellschaft, weil die zinsbedingte Reichtumsverlagerung von der Leistung zum leistungslosen Erwerb die Gesellschaft zunehmend spalte, und zwar in eine für immer weniger Lohn arbeitende Mehrheit und eine Minderheit von weniger als zehn Prozent der Bevölkerung, in deren Händen der Reichtum sich mehr und mehr konzentriert. Jenner hat den zugrundeliegenden Vorgang als »Pyramidenspiel« beschrieben, das regelmäßig im ökonomischen wie sozialen Kollaps kulminiere. Während er in der Globalisierung des Wissens einen bedeutenden Fortschritt erblickt, ist er ein scharfer Kritiker jener Globalisierung der Finanz- und Warenströme, durch die beliebige Verwerfungen und Zusammenbrüche an bestimmten Punkten der Erde zur Gefahr für den ganzen Globus werden.

Hier wird im Einzelnen klar gestellt, dass der Prozess der Globalisierung keiner Notwendigkeit und schon gar nicht dem demokratischen Wollen der Bevölkerungsmehrheit in den westlichen Länder entsprach – diese wurden dazu ja gar nicht erst um ihre Meinung gefragt; er geht auch nicht auf die theoretischen Lehrmeinungen von Männern wie Friedrich August Hayek oder Milton Friedman zurück – diese wurden nur als bequeme Aushängeschilder für einen Prozess gebraucht, der nicht von einzelnen abhing, sondern von ganz spezifischen Interessen. Es war und ist der Druck einer Geldaristokratie von maximal zehn Prozent der Bevölkerung, die ihren Vorteil gegen die Mehrheit bis heute durchzusetzen versteht. Das Buch beschreibt und begründet den auf den ersten Blick unglaublichen Vorgang, dass eine verschwindende Minderheit Staat und Gesellschaft in Geiselhaft nehmen und ein Wirtschaftssystem zunehmend aushöhlen konnte. Mit den sichtbaren und unmittelbaren Erfolgen – den Exportgewinnen und billigen asiatischen Einfuhrprodukten – wurden die unsichtbaren aber viel größeren Misserfolge verdeckt: die flächendeckende Erosion der industriellen Basis und eine entsprechende Vernichtung von Arbeitsplätzen. Die Akteure sind aktenkundig; dennoch wäre es falsch, ihnen die ganze Verantwortung an diesem Niedergang zuzuschieben, denn ohne ein auf Gier aufbauendes System, das sie zu ihrem Vorgehen gegen die Interessen der Mehrheit geradezu auffordern musste, wären sie gar nicht erst zum Zuge gekommen. Weder bestimmte Menschen und Unternehmen noch das Geldsystem oder die Doktrin des Shareholdervalues wären für sich allein imstande gewesen, diese Entwicklung einzuleiten, hätten nicht vorher die öffentliche Kontrolle und deren Institutionen gegenüber dem Prinzip eines schrankenlosen privaten Egoismus versagt. Wie dieses Zusammenspiel von fehlgeleiteter Politik und ökonomischer Blindheit konkret funktionierte und welche Folgen davon schon in nächster Zeit zu erwarten sind, das wird in diesem Buch ausführlich beschrieben. Zugleich wird zum ersten Mal der Versuch unternommen, den Zinsfluss von den unteren 90 zu den oberen 10 Prozent zu quantifizieren (er beträgt in Deutschland jetzt schon so viel wie die größte Massensteuer: die Lohnsteuer).

Quelle: Ökopolitisches Portal von Gero Jenner, www.gerojenner.com

Ein Zweitstudium der Soziologie und ein mehr als dreijähriger Aufenthalt in Japan gab den Ausschlag für Gero Jenners intensive Beschäftigung mit Problemen der Wirtschafts- und Geldtheorie. Unter anderen sieht er im Mechanismus der Zinsen eine akute Gefahr nicht nur für die Stabilität der Ökonomie sondern darüber hinaus auch der Gesellschaft, weil die zinsbedingte Reichtumsverlagerung von der Leistung zum leistungslosen Erwerb die Gesellschaft zunehmend spalte, und zwar in eine für immer weniger Lohn arbeitende Mehrheit und eine Minderheit von weniger als zehn Prozent der Bevölkerung, in deren Händen der Reichtum sich mehr und mehr konzentriert. Jenner hat den zugrundeliegenden Vorgang als »Pyramidenspiel« beschrieben, das regelmäßig im ökonomischen wie sozialen Kollaps kulminiere. Während er in der Globalisierung des Wissens einen bedeutenden Fortschritt erblickt, ist er ein scharfer Kritiker jener Globalisierung der Finanz- und Warenströme, durch die beliebige Verwerfungen und Zusammenbrüche an bestimmten Punkten der Erde zur Gefahr für den ganzen Globus werden.